Das Capitol in Washington | Bildquelle: AFP

Ein Monat im Amt Trump kann auch glücklich machen

Stand: 19.02.2017 20:20 Uhr

Ein Monat Trump im Amt heißt auch: ein Monat Protest, Fassungslosigkeit und Wut. Doch es gibt auch die, die mit ihrem Präsidenten zufrieden sind. Jan Bösche hat in Washington Menschen getroffen, die sagen: "Er tut, was er versprochen hat."

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Donald Trump macht seine Wähler zufrieden. Martin zum Beispiel. Er ist aus New Jersey nach Washington gekommen, um sich das Weiße Haus anzuschauen: "Ich bin zufrieden, denn er bringt Patriotismus zurück ins Land. Er tut alles, was er gesagt hat."

Trump hat im Wahlkampf versprochen, Dinge anders zu machen, als sie Politiker bisher gemacht haben. Eine gute Herangehensweise, findet Christian aus Oklahoma: "Wir als Nation haben einen Präsidenten gewählt. Ob wir ihn mögen oder nicht, jetzt müssen wir zusammenkommen, ihn unterstützen und als Anführer akzeptieren." Wenn Leute anderer Meinung seien, in vier Jahren könnten sie wieder wählen.

Zufriedenheitswerte unter 50 Prozent

Eine Mehrheit der Amerikaner ist von Trumps Leistungen in den ersten vier Wochen nicht so überzeugt. In Umfragen liegt die Zustimmung bei 40 bis 48 Prozent, nur ein Institut hat eine Zustimmung von 55 Prozent gemessen. Das Chaos im Weißen Haus, der Einwanderungs-Stopp, die Twitter-Schimpfereien - viele schreckt das ab. So auch John aus Pennsylvania: "Es haut mich um, dass wir so einen unartikulierten, narzisstischen Idioten an der Macht haben. Es ist eine Farce für die USA, ich hoffe, er bleibt keinen weiteren Monat."

Sein Sohn Gordon fügt hinzu, Trump sei erledigt, furchtbar. Die schlimmste Person, die er jemals gesehen habe: Donald Trump.

Trump erfüllt Erwartungen - auch im negativen Sinne

Andere sind nicht so radikal in ihrer Ablehnung. Gina aus New York war im Wahlkampf schon gegen Trump: "Ich möchte glauben, ich bin noch offen. Ich möchte, dass es unserem Land gut geht und dass er Erfolg hat. Bis jetzt hat er nicht bewiesen, dass er ein guter Präsident ist."

Sharon aus Virginia sagt, Trump erfülle, was man von ihm erwartet hatte - und sie meint das im negativen Sinn: "Ich bin enttäuscht von seiner Einwanderungspolitik. Wir waren immer offen für Einwanderer und bedauern die Zeiten, in denen wir das nicht waren. Ich bin enttäuscht und erschrocken."

"Sei ein großer Junge"

Vier Wochen im Amt - Trump lerne durch die Praxis, verteidigt ihn Jeff aus Michigan. Trump habe noch nicht genügend Zeit gehabt, sich zu beweisen. Er werde ein guter Präsident sein. Jeffs Frau Brenda gefällt, dass Trump handelt.

Sie will ihm nur einen Rat geben: "Ich würde ihm sagen: Lass das twittern. Ohne Zweifel. Sei ein großer Junge, mach' deine Arbeit, kein Twitter."

Patriot oder Desaster? Amerikaner zu einem Monat Trump
J. Bösche, ARD Washington
19.02.2017 19:33 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 20. Februar 2017 um 06:14 Uhr auf WDR 5.

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