Spielemesse E3  | Bildquelle: dpa

Spielemesse E3 in Los Angeles Das Comeback von 3D und VR

Stand: 19.06.2015 05:14 Uhr

Bei der E3 in Los Angeles - der Electronic Entertainment Expo und weltweit größten Messe für Computerspiele - standen wieder einmal die Konsolengiganten Sony und Microsoft im Fokus. Sie nutzten die Show, um eigentlich totgesagte Trends wiederzubeleben: 3D und Virtual Reality.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Ein kleiner Junge läuft durch die Ruinen einer riesigen altertümlichen Burg, auf schmalen Stegen über schwindelerregenden Abgründen - schon die Kulisse von "The Last Guardian" ist atemberaubend. Dann ruft der Junge seinen Begleiter - ein vierbeiniges, geflügeltes Fabelwesen.

Viel mehr als diese Szene ist über das Spiel noch nicht bekannt - trotzdem war der Jubel der Gamer für "The Last Guardian" bei der Präsentation von Sony groß. Die Leute wüssten ja nicht, wie lange er auf diesen Moment gewartet habe, sagte Sonys Gaming-Chef  Shuhei Yoshida strahlend. Kein Wunder: Schon 2009 hatte Sony einen Trailer für das Spiel gezeigt, 2016 soll es nun endlich erscheinen.

Bei Konsolen noch Luft nach oben

Stände von  Microsoft und Sony | Bildquelle: dpa
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Die Rivalen Microsoft und Sony präsentierten ihre neuesten Entwicklungen.

Gut anderthalb Jahre sind die jüngsten Konsolen von Sony und Microsoft auf dem Markt, und jetzt erst kommen nach und nach die Spiele, die die neue Technik auch wirklich ausreizen.

Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer bekam denn auch großen Applaus für seine Ankündigung, dass Spiele, die für die Vorversion Xbox 360 entwickelt wurden, ab Weihnachten auch auf der Xbox One laufen sollen. Das habe auf den Wunschlisten der Fans ganz oben gestanden.

Virtual Reality wird Wirklichkeit

Mann mit VR-Brille. | Bildquelle: REUTERS
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Virtual Reality ist einer der wichtigsten Trends auf der E3.

Den größten Hardware-Trend in der Branche gab es bei den Bühnenpräsentationen kaum zu sehen - und ist auch ganz logisch: Für Virtual-Reality-Spiele müssen sich die Spieler komplexe Monitorbrillen aufsetzen, um sich in einer virtuellen Welt bewegen zu können, die sie völlig umschließt und auf ihre Bewegungen reagiert.

Das muss man Ausprobieren, und so sah man in den Messehallen von Los Angeles viele mit den Brillen von Oculus, Samsung oder Sony auf dem Kopf. Besucher Alex zeigte sich beeindruckt, dass die Brille ihn aus seinem normalen Leben in die Fantasiewelt versetzt.

Mehr als die Realität

Microsoft setzt statt auf virtuelle auf erweiterte Realität: Bei der "Augmented Reality" sieht der Träger seine Umgebung weiter, die Bildschirmbrille "Hololens" blendet aber zusätzliche, computergenerierte Inhalte ein - so können die Spieler zum Beispiel bei "Minecraft" um die Welt, die sie gebaut haben, herumgehen und in Häuser hineinschauen. Das erschloss sich auch dem Publikum bei der Präsentation.

Spielemesse E3 | Bildquelle: REUTERS
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Mit den neuen Systemen können Spieler in virtuelle Welten eintauchen.

Nun ist "Minecraft" aber alles andere als neu: Offenbar will Microsoft mit dem Spiel, das seit Jahren ein Renner ist, Fans für die Brille begeistern. Auch sonst setzen die Hersteller auf neue Folgen bekannter Reihen wie "Gears of War" 4 oder "Halo" 5, ähnlich wie in der Filmbranche. Bei den zig Millionen, die inzwischen in die Entwicklung solcher Spiele fließen, ist es vielleicht ganz logisch, dass die Firmen eher auf Bewährtes setzen, statt das große Risiko einzugehen.

Auch Raum für Skurriles

Und doch gibt es auch auf der E3 immer wieder diese Momente, in denen unabhängige Spieleentwickler mit schrägen Ideen begeistern: "Cuphead" zum Beispiel hat zwei Teetassen als Hauptfiguren und wirkt wie ein alter Micky-Maus-Film auf Ecstasy. "Cuphead" soll nächstes Jahr auf den Markt kommen - übrigens ganz ohne virtuelle Realität.

Bilanz der Spielemesse E3 in Los Angeles
W. Stuflesser, ARD Washington
19.06.2015 02:10 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 19. Juni 2015 um 13:58 Uhr auf WDR 5.

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