Ebola-Virus | Bildquelle: AP

WHO-Bestätigung Ebola im Kongo ausgebrochen

Stand: 12.05.2017 18:18 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch des Ebola-Fiebers im Kongo bestätigt. Ein Mensch sei gestorben, bei zwei weiteren werde der Erreger als Todesursache vermutet. Aus Angst vor einer Epidemie schickt die WHO Experten in das Gebiet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Ebola-Ausbruch im Norden der Demokratischen Republik Kongo bestätigt. Ein Todesfall sei eindeutig auf das hämorrhagische Fieber zurückzuführen, bei zwei weiteren Todesfällen werde dies noch überprüft, sagte ein WHO-Sprecher. Weiterhin gebe es neun Verdachtsfälle in der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé.

Experten reisen in die Region

Die WHO kooperiere mit den örtlichen Behörden, um qualifiziertes Personal und Schutzausrüstung in das Gebiet zu bringen, sagte WHO-Landesdirektor Allarangar Yokouidé. Die ersten Teams aus Epidemiologen, Biologen und weiteren Experten sollen den schwer erreichbaren Ort des Ausbruchs noch am Wochenende erreichen.

Ebola ist eine Viruserkrankung, die 1976 erstmals im heutigen Kongo identifiziert wurde. Der Erreger gehört zu den gefährlichsten der Welt und kann hämorrhagisches - also mit starken Blutungen verbundenes - Fieber auslösen. Nach WHO-Angaben sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten. Im Kongo kommt es immer wieder zu kleineren Ebola-Epidemien. Bei der vergangenen Epidemie in dem zentralafrikanischen Land im Herbst 2014 erlagen der Krankheit der WHO zufolge 35 Menschen.

Kranke isolieren, um Ausbreitung zu verhindern

Der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga forderte die Menschen auf, nicht in Panik zu verfallen. Die Behörden täten alles nötige, um die Epidemie im Bezirk Likati einzudämmen. "Das ist die achte Ebola-Epidemie im Kongo, sie wird die Bevölkerung nicht erschüttern", erklärte er. Die WHO erklärte, wichtig sei nun, den Ausbruch einer Panik zu verhindern. Mit der Isolierung von Erkrankten, der Identifikation ihrer Kontakte sowie der Vermeidung von Ansteckungen bei Begräbnissen könne die Ausbreitung eingedämmt werden.

Bei der bislang größten Ebola-Epidemie starben in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone zwischen 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen, mehr als 28.000 infizierten sich. Bislang gibt es kein Heilmittel für Ebola. Ein Impfstoff wird derzeit noch getestet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Mai 2017 um 20:00 Uhr

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