Soldaten gegen Ebola

Erklärung der Weltgesundheitsorganisation Ebola-Epidemie in Westafrika gestoppt

Stand: 14.01.2016 12:14 Uhr

Nach Sierra Leone und Guinea hat die Weltgesundheitsorganisation nun auch als letztes Land Liberia für ebolafrei erklärt. In den vergangenen 42 Tagen seien keine Neuinfektionen aufgetreten. Dennoch will die WHO noch keine völlige Entwarnung geben.

Zwei Jahre nach dem Ausbruch der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Westafrika für ebolafrei erklärt. Die Übertragung der tödlichen Tropenkrankheit sei nun auch in Liberia gestoppt.

Als ebolafrei gilt ein Land, wenn es zwei Inkubationszeiten - also jeweils 21 Tage - ohne das Auftreten eines neuen Falls durchlaufen hat. Die 42-Tage-Frist ergibt sich aus dem Zeitraum zwischen der Übertragung des Virus und dem Ausbruch der Krankheit.

Rot-Kreuz-Mitarbeiter informieren die Einwohner des Elendsviertels West Point in Monrovia, Liberia, über Ebola. | Bildquelle: AP
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Rot-Kreuz-Mitarbeiter informieren in West Point über Ebola. (Archiv)

Die WHO hatte Ende vergangenen Jahres bereits für Sierra Leone und Guinea das Ende der tödlichen Virusseuche erklärt. Alle Infektionsstränge wurden gestoppt. "Die Entdeckung und Unterbrechung jedes einzelnen Infektionsstrangs ist eine monumentale Errungenschaft", sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan laut einer Mitteilung der Organisation.

Ban rechnet mit neuem Ausbruch

Sie dankte den unzähligen Helfern sowie örtlichen Behörden und internationalen Organisationen für deren Einsatz im Kampf gegen die Seuche. Völlige Entwarnung gab die WHO nicht. Chan warnte: "Unsere Arbeit ist nicht beendet, Wachsamkeit ist nötig, um neue Ausbrüche zu verhindern." UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte entsprechend: "Wir müssen mit einem erneuten Aufbäumen von Ebola in den kommenden Jahren rechnen". Die Welt müsse sich dafür besser wappnen.

11.300 Todesfälle

Seit dem Ausbruch der Viruserkrankung vor zwei Jahren starben in den drei Schwerpunktländern mehr als 11.300 Menschen an den Folgen, 28.600 Männer, Frauen und Kinder wurden infiziert. Experten gehen von wesentlich höheren Opferzahlen aus. Einige wenige Ebola-Fälle traten auch in anderen Ländern wie Nigeria, den USA und Spanien auf. Gegen die Krankheit gibt es noch keine zugelassenen Heilmittel und Impfstoffe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2016 um 12:00 Uhr.

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