vertrockneter Boden in Ostafrika | Bildquelle: AFP

Dürre in Ostafrika Millionen Menschen droht Hungersnot

Stand: 11.02.2017 15:06 Uhr

Extreme Dürre plagt die Menschen in Ostafrika. Etwa zwölf Millionen Bewohnern drohe der Hungertod, warnen Hilfsorganisationen. Kenias Regierung rief deshalb nun den Katastrophenzustand aus. Viele Menschen dort haben seit Tagen nichts gegessen.

Kenias Regierung hat wegen massiver Dürre in großen Teilen des Landes den Katastrophenzustand ausgerufen. Präsident Uhuru Kenyatta habe die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten, hieß es aus seinem Büro. Kenyatta nahm auch Lebensmittelzulieferer in die Pflicht. Sie sollten die Krise nicht ausnutzen, um sich selbst zu bereichern, mahnte er.

Von der Dürre sind insgesamt 23 von 47 Bezirken in Kenia betroffen. Laut der zuständigen örtlichen Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen.

In Nordkenia nahe der Grenze zu Äthiopien sind 70 Prozent der Wasserquellen versiegt, wie Anne Hild vom Hilfswerk Malteser International berichtete. Viele Menschen hätten seit Tagen nichts mehr gegessen und könnten sich kaum noch auf den Beinen halten. Dies treffe vor allem Kinder und alte Menschen.

Auch Äthiopien und Somalia betroffen

Die Dürre herrscht in ganz Ostafrika. Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" warnt vor einer schweren Hungerkrise. Zwölf Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien und Somalia seien vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhielten. Es drohe der Ausfall von Ernten und der Tod vieler Herdentiere. In Somalia sind nach Angaben der Hilfsorganisation "Save the Children" Zehntausende Familien auf der Flucht. Sie suchten nach Wasser und Weideflächen für ihr Vieh. In der teilautonomen Region Puntland im Norden des Landes herrsche die schwerste Dürre seit mehr als 60 Jahren.

Mindestens 360.000 Kinder sind laut UN akut mangelernährt, rund 70.000 davon schweben in Lebensgefahr. Mehr als sechs Millionen Menschen werden Schätzungen zufolge bis Juni auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. "Es sind die trockensten Bedingungen seit Jahrzehnten, und die Landschaft ist mit Ziegenkadavern übersät", berichtete der Landesdirektor von "Save the Children" in Somalia, Hassan Noor Saadi. "An manchen Orten sehen wir inzwischen auch tote Kamele - ein düsteres Vorzeichen für den Verlust von Menschenleben." 2011 habe es ähnliche Anzeichen gegeben, doch die Welt habe nicht schnell genug reagiert. Damals kamen etwa 250.000 Menschen ums Leben.

UN-Generalsekretär António Guterres appellierte bereits an den neuen somalischen Präsidenten Mohamed Abdullahi Farmajo, zügig die derzeitige Dürre zu bekämpfen und eine Hungersnot zu verhindern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Februar 2017 um 05:10 Uhr.

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