Der ausgetrocknete Ajuan Kotta Staudamm in Bolivien | Bildquelle: REUTERS

Schwere Dürre Boliviens Regierung ruft Notstand aus

Stand: 21.11.2016 22:14 Uhr

Bolivien erlebt momentan die schwerste Dürre seit 25 Jahren. In sieben der zehn größten Städte des Landes herrscht bereits Wasserknappheit. Nun rief die Regierung den Katastrophenfall aus und wies die Bevölkerung an, Wasser zu sparen.

Die bolivianische Regierung hat wegen einer schweren Dürre den Katastrophenfall ausgerufen. Das Kabinett habe ein Dekret verabschiedet, mit dem angesichts der Dürre und Wasserknappheit in vielen Regionen der nationale Notstand ausgerufen werde, sagte Staatspräsident Evo Morales. Auf dieser Grundlage könnten der Staat und die Kommunen Hilfsgelder freigeben, um das "Menschenrecht auf Zugang zu Wasser" zu erfüllen.

Zudem rief Morales die Bevölkerung zum Wassersparen auf, wie die Zeitung "La Razón" berichtet. Die Menschen sollten sich auf das Schlimmste vorbereiten, das Problem könne nicht so schnell behoben werden, sagte der Präsident. Der staatliche Wasserversorger Epsas hat daher begonnen, das Trinkwasser zu rationieren, darunter in der Hauptstadt La Paz. Einige Gegenden werden durch Tankwagen mit Wasser versorgt.

Zweitgrößter See komplett ausgetrocknet

Bolivien leidet unter der schwersten Dürre seit 25 Jahren, zudem war 2016 das heißeste Jahr in dem Andenstaat seit hundert Jahren. Fehlplanungen verschärften die Krise, die durch den Klimawandel und das Wetterphänomen El Niño hervorgerufen wurde. Anfang des Jahres war Boliviens zweitgrößter See, der Lago Poopó, komplett ausgetrocknet. Seit zwei Wochen herrscht eine Dürre, die zu Wasserknappheit in sieben der zehn größten Städte des Landes führte.

Menschen demonstrieren in der Bolivianischen Hauptstadt La Paz für die Absetzung der Umweltministerin Alexandra Moreira. | Bildquelle: AFP
galerie

In der Bolivianischen Hauptstadt La Paz demonstrieren Menschen wegen der schweren Dürre für die Absetzung der Umweltministerin Alexandra Moreira.

Der Wassermangel löste bereits Proteste in La Paz aus. Zudem gingen in ländlichen Regionen Bauern auf die Straße, die für die Bewässerung ihrer Felder auf Wasser angewiesen sind.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. November 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: