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27.05.2012

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Ausland
Obama will US-Drohne vom Iran zurück
Iran will die US-Drohne nicht zurückgeben
USA bestätigen Verlust von Spionagetechnologie

Iran will die US-Drohne nicht zurückgeben

US-Präsident Obama hat den Verlust einer Spionagedrohne eingeräumt und das Fluggerät zurückverlangt. Doch der Iran ist nicht in Weihnachtsstimmung. Teherans Führung spekuliert eher, was für sie dabei herausspringen könnte, wenn die Russen die Drohne unter die Lupe nehmen würden. Das sorgt für schlechte Stimmung in Washington.

Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Teheran

US-Präsident Barack Obama hofft, dass die iranische Regierung in Weihnachtsstimmung ist und Teheran ihm ein Geschenk zurückgibt. Mit dieser Spitze beginnt die iranische Nachrichtenagentur FARS einen Bericht über Obamas Forderung, Teheran solle eine im Iran niedergegangene US-Drohne zurückgeben.

Von höchster Stelle räumten die USA damit ein, dass sich eine für Radar unsichtbare Drohne des Typs RQ 170 in iranischen Händen befindet. Teheran denkt aber nicht im Geringsten daran, das unbemannte Fluggerät zurückzugeben. 

Audio: Obama will Drohne zurück - Teheran lehnt ab

AudioReinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul 13.12.2011 11:27 | 3'03
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"Die Nordamerikaner haben sich entschlossen, uns diese Spionagedrohne zu überlassen. Diejenigen, die jetzt die Kontrolle über dieses Fluggerät haben, werden die Technik genau analysieren", sagte Präsident Mahmud Ahmedinedschad in einem Interview. Die Technik Irans, so brüstete er sich, sei ebenso weit entwickelt wie die Technik dieser Drohne. Es handelt sich dabei um eine Drohne, die per Satellit mit verschlüsselter Software ferngesteuert wird.

US-Drohne RQ-170 Sentinel (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wie eine Trophäe präsentierte die Regierung das Spionageflugzeug im Staatsfernsehen. ]

Iranisch-russischer Drohnenpakt?

Der Iran hat keine Satelliten im Orbit. Selbst wenn es iranischen Experten gelingen sollte, Drohnen zu bauen, müsste noch das Problem der Fernlenkung gelöst werden - vielleicht mit Hilfe Russlands. Der Chef des Nationalen Iranischen Sicherheitsrats, Said Jalili, ist zurzeit in Moskau, um, wie das iranische Fernsehen berichtet, über die Drohne zu sprechen.

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Beide Seiten stehen vor einer gefährlichen Eskalation, meint Sabrina Fritz.

Konkret dürfte das bedeuten, Teheran verhandelt mit Moskau darüber, was für den Iran dabei rausspringt, wenn die Russen die US-Drohne gründlich unter die Lupe nehmen dürfen. Für die US-Militärs wäre das ein ziemlich herber Schlag. Denn wenn es Irans Technikern nicht gelingt, die Geheimnisse des Fluggeräts zu lüften, könnten russische Experten Hand anlegen. Russland verfügt über Satelliten und das nötige Knowhow, um die Drohne zu zerlegen und gegebenenfalls für eigene und/oder iranische Zwecke auszuschlachten.

Verschärfte Sanktionen als Antwort

Angeblich, so berichtete kürzlich das "Wall Street Journal", haben US-Militärs heftig darüber nachgedacht, die Drohne durch einen Kommando-Einsatz zu bergen oder zumindest zu zerstören. Die USA wollen nun verstärkt auf eine andere Waffe setzen. US-Außenministerin Clinton: "Wir haben gemeinsam mit unseren engen Partner wie Großbritannien, der EU und anderen eine Reihe von Sanktionen verhängt und wir werden das weiter fortsetzen."

William Hague und Hillary Clinton (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Verschärfte Sanktionen gegen den Iran: Clinton und Hague erläutern die Details. ]
Einzelheiten nannte Clinton am Montagabend nicht. Ihr britischer Kollege, William Hague, aber wurde konkreter: "Wir haben vor zehn Tagen in der EU Sanktionen gegen zusätzlich 180 Personen und Einrichtungen beschlossen. Wir werden das Ende Januar ausweiten. Die Europäische Union als ganzes wird harte Sanktionen gegen den Finanzsektor, den Energie- und Transportsektor verhängen. Wir werden den Druck weiter erhöhen."

Ein Druck, der Teheran weh tun wird. Denn dadurch könnte dem Iran langsam der Geldhahn zugedreht werden.

Stand: 13.12.2011 12:10 Uhr
 

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