Drohne verfehlt Ski-Star Hirscher Haarscharf an der Katastrophe vorbei

Stand: 23.12.2015 10:41 Uhr

Nur knapp hat eine abstürzende Kamera-Drohne Ski-Star Hirscher beim Slalom von Madonna di Campiglio verfehlt. Hirscher, der seinen Lauf beendete, zeigte sich zunächst schockiert - nahm den Vorfall später aber mit Humor. Dem Ski-Verband stehen nun heftige Debatten bevor.

Die Bilder sind spektakulär, der Schock in der Ski-Welt um so größer: Beim Slalom von Madonna di Campiglio ist Ski-Star Marcel Hirscher nur knapp an einem Unglück vorbeigeschrammt. Während der Österreicher den zweiten Durchgang absolvierte, stürzte eine Kameradrohne auf die Piste und verfehlte ihn haarscharf.

Der Ski-Weltverband FIS kündigte eine umfassende Aufklärung des Zwischenfalls an. Man werde mit allen beteiligten Parteien reden, um zu erfahren, wie es zu dem Unfall kommen konnte, hieß es in einer Stellungnahme: "So etwas darf nie wieder passieren", schrieb die FIS. Der TV-Rechteinhaber Infront entschuldigte sich bei Hirscher und der FIS für den "unglücklichen Zwischenfall" und kündigte detaillierte technische Analysen und "so bald wie möglich "weitere Informationen an.

Kamera-Drohne fällt während des Rennens zu Boden (unkommentiert)
23.12.2015

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Renndirektor Markus Waldner sprach von einer "Schweinerei" und einer nur knapp abgewendeten Katastrophe. Im Gegensatz zu Österreich oder Deutschland ist es in Italien erlaubt, bei Ski-Rennen Drohnen einzusetzen.

Erst geschockt, dann mit Humor

Der betroffene Ski-Star Hirscher beschrieb die Situation wie folgt: "Ich habe nicht gewusst, was es ist, aber schon etwas gespürt". Erst im Ziel erfuhr er, was ihn fast getroffen hätte. "Ich habe gedacht, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange." Deshalb sei er weiter "fokussiert und konzentriert geblieben".

Marcel Hirscher @MarcelHirscher
Heavy air traffic in Italy �� #crazy #drone #crash #luckyme https://t.co/afvCZTZ6eq

Nach dem Studium der Fernsehbilder mit der unmittelbar hinter ihm abstürzenden und zersplitternden Drohne sagte der 26-Jährige: "Eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann. Bitte, passt besser auf!" Später nahm er den Vorfall aber sogar mit Humor. "Dichter Flugverkehr in Italien!", schrieb er bei Twitter.

"Für die FIS steckt in diesem Vorfall auch ein Dilemma: Einerseits will der Sport beworben und jüngeren Fans schmackhaft gemacht werden, spektakuläre Luft-Bilder oder auch neue Wettkämpfe wie der Parallel-Riesenslalom tags zuvor sind dafür Möglichkeiten. Andererseits zählt der Sicherheitsaspekt: Beim Event am Montag hatte es etwa Kritiker gegeben, die die Gesundheit der Sportler bei Kollisionen gefährdet sahen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Dezember 2015 um 11:00 Uhr.

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