Drogenkonsum | Bildquelle: AFP

UN-Bericht Fast jeder vierte EU-Bürger hat Drogen probiert

Stand: 02.03.2016 12:48 Uhr

Mehr als 19 Millionen Bürger der EU haben im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert, mehr als drei Millionen Kokain. Das geht aus einem UN-Bericht zum Drogenmissbrauch hervor. Insgesamt habe fast jeder vierte Erwachsene in der EU schon einmal illegale Drogen probiert.

Fast ein Viertel der erwachsenen EU-Bürger hat zumindest einmal im Leben illegale Drogen ausprobiert. Das geht aus dem Drogenbericht 2015 des Internationalen Suchtstoffkontrollrats hervor, der unter anderem in Berlin vorgestellt wurde. Der Rat ist ein unabhängiges Kontrollorgan zur Einhaltung der internationalen Drogen-Kontrollabkommen der Vereinten Nationen.

Im vergangenen Jahr wurde demnach am häufigsten Cannabis konsumiert - dem UN-Bericht zufolge waren es rund 19,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren, gefolgt von Kokain (3,4 Millionen), Ecstasy (2,1 Millionen) und Amphetaminen (1,6 Millionen).

Dänemark, Frankreich und Großbritannien gehörten zu den EU-Staaten mit der höchsten Quote von Menschen, die illegale Drogen zumindest einmal im Leben probiert haben.

Ecstasy-Pillen | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Mehr als zwei Millionen EU-Bürger haben Erfahrung mit Ecstasy.

Zunehmend Sorge bereitet die weltweite Zunahme von sogenannten psychoaktiven Substanzen. Dazu zählen Stoffe, die von zugelassenen Medikamenten stammen sowie Naturstoffe, die eine aufputschende oder halluzinogene Wirkung haben. Seit 2014 wurden laut Bericht mehr als 600 neue Stoffe gemeldet - das entspreche einem Anstieg von 55 Prozent.

Gefährliche Medikamente

In dem Bericht wird auch gemahnt, dass bei älteren Menschen der Gebrauch einiger Präparate gegen Schlaflosigkeit und Angstzustände zum Teil gefährlich hoch sei. Ältere Patienten hätten häufig mehrere Krankheiten, für die sie dann mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen würden. Das kann zu gegenseitigen Unverträglichkeiten führen. Für Schlafmittelhersteller seien diese Patienten eine attraktive Zielgruppe.

Konsum von "Psycho-Drogen" steigt
J. Seisselberg, ARD Berlin
02.03.2016 16:31 Uhr

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