Simpsons Trump | Bildquelle: picture alliance / Captital Pict

30 Jahre Simpsons Amerika im Zerrspiegel

Stand: 19.04.2017 07:39 Uhr

Seit 30 Jahren flimmern die "Simpsons" nun schon über die Bildschirme - und brechen seitdem Rekorde. Wer die Zeichentrickserie schaut, sieht Amerika im Zerrspiegel. Trumps Präsidentschaft prophezeiten die Macher schon im Jahr 2000.

Von Eberhard Nembach, ARD-Studio Los Angeles

"Being right sucks": "Recht gehabt zu haben, ist Mist!" Diese Worte schrieb Bart Simpson im November an die Schultafel - in der Folge kurz nach der US-Präsidentschaftswahl. Ja, die Macher der Simpsons haben Recht gehabt: Schon im Jahr 2000 prophezeiten sie, dass der Unternehmer und Fernsehstar Donald Trump irgendwann in der Zukunft einmal US-Präsident werden könnte.

Auf Trump folgt in der Zeichentrickserie die hochbegabte und politisch sehr korrekte Lisa Simpson. Sie findet ein Land vor, das komplett pleite ist. "Wie kann das sein?", seufzt Präsidentin Simpson - aber zum Glück ist das ja alles nur Fiktion.

Seit dreißig Jahren gibt es die Simpsons nun schon, diese gelbe Familie Jedermann aus Springfield, einem Ort, der überall und nirgendwo in den USA sein könnte. Und wer ihnen in den letzten Jahrzehnten zugesehen hat, kann sich über die Spaltungen und Probleme, die im letzten Präsidentschaftswahlkampf sichtbar wurden, kaum noch wundern. Die Simpsons sind absurd komisch, aber trotzdem sehr realistisch.

Figuren nach Familie benannt

"Ich habe sie nach meiner eigenen Familie benannt", hat der Comic-Zeichner Matt Groening einmal in der Talkshow von Charlie Rose erzählt. "Homer ist mein Vater, Marge ist meine Mutter. Außerdem habe ich eine jüngere Schwester Lisa und eine kleine Schwester Maggie." Nur den Sohn habe er nicht Matt genannt, sondern eben Bart, damit nicht alle denken, die Geschichten seien autobiographisch.

Die Simpsons | Bildquelle: picture-alliance / Mary Evans Pi
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Die Familie Simpson gibt es nun schon seit 30 Jahren.

Wer die Simpsons schaut, sieht Amerika im Zerrspiegel: Eine kaputte Schule mit demotivierten Lehrern und hoffnungslosen Schülern. Ein übergewichtiger Familienvater, der sich von Bier und Donuts ernährt, am liebsten Fernsehserien schaut und nicht mal von seinem debilen Vater im heruntergekommen Altenheim respektiert wird. Der Sohn, ein schlitzohriger Schulversager ohne jeden Ehrgeiz. Ein illegaler Einwanderer, der einen Laden betreibt. Inkompetente Mediziner, die nur gegen Bares arbeiten. Ein Unternehmer, der rücksichtslos Menschen und Natur ausbeutet.

Zusammengehalten wird diese verrückte gelbe Welt nur von den Frauen: Marge Simpson mit ihren blauen Haaren schützt ihren kahlköpfigen Mann Homer vor den schlimmsten Verrücktheiten. Tochter Lisa ist hochbegabt und politisch engagiert, sogar das Baby Maggie greift manchmal ein, wenn es ganz schlimm kommt. In dieser verrückten gelben Welt bleiben die vernünftigen Frauen und Mädchen meist aber nur Randfiguren.

Keiner mag Lisa

In einer Folge schwebt zum Beispiel First Lady Michelle Obama mit dem Hubschrauber in Springfield ein. Sie sei extra aus Turkmenistan gekommen, um eine junge Dame zu unterstützen, die glaube, dass niemand sie leiden könne, nur weil sie eine Überfliegerin sei - so wie sie selbst. Lisa Simpson kann diese Unterstützung gut gebrauchen, denn meistens hört ihr niemand zu, wenn sie Dummheit oder Verschwendung beim Namen nennt oder auf Umweltverschmutzung aufmerksam macht. Sogar bei den Zuschauern war Lisas frecher und nichtsnutziger Bruder Bart von Anfang an populärer. Schon 1990 war die Rede von einer regelrechten "Bartmania", kein anderer Simpson ist auf so vielen T-Shirts zu sehen wie Bart.

Die Fernsehserie hat alle Rekorde gebrochen, die Simpsons haben sogar einen Stern auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood. Dabei hat alles sehr klein angefangen, mit kleinen kurzen Szenen. "Das war doch nur ein kleiner Randgag der Show", erinnert sich Produzent James L. Brooks, der die Comicserie 1987 für die Tracey Ullman Show gekauft hatte, um die Umkleidepausen zu überbrücken. Am Ende haben die Leute am meisten über die Simpsons gelacht.

30 Jahre "Simpsons"
E. Nembach, ARD Los Angeles
19.04.2017 00:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. April 2017 um 07:48 Uhr.

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