Eine menschliche Eizelle wird zu Demonstrationszwecken injiziert. | Bildquelle: dpa

Britische Entscheidung Ein Kind, drei Eltern - das geht

Stand: 15.12.2016 13:14 Uhr

Britische Labore dürfen künftig Embryos aus dem Erbgut dreier Menschen erzeugen. Das teilte die zuständige Behörde mit. Damit soll es für Eltern möglich werden, zu verhindern, dass sie Erbkrankheiten an ihre Kinder weitergeben.

Das britische Parlament hatte schon "Ja" gesagt, jetzt kam auch die Entscheidung der Human Fertilisation und Embryology Authority: Ein Kind, drei Eltern, das ist künftig möglich. Mit der Methode sollen Frauen schwanger werden können, ohne dass sie bestimmte Erbkrankheiten an ihre Kinder weitergeben.

Kraftwerke der Zellen werden ersetzt

Es geht um Krankheiten, die mit Mitochondrien vererbt werden. Das sind die sogenannten Kraftwerke der Zelle, sie haben eine eigene DNA. Mitochondrien der Mutter werden in diesem Fall durch die einer anonymen Spenderin ersetzt. Dieses Vorgehen ist allerdings nicht ohne Risiko und auch deshalb umstritten. Das so entstehende Kind wird die Charakteristika seiner Mutter und seines Vaters aufweisen, weil der von der fremden Frau stammende Anteil an den Erbanlagen nur gering ist.

Großbritannien ist nun das erste Land, das diesen Weg geht. Eine Expertenkommission hatte empfohlen, den "vorsichtigen Einsatz" von zwei Methoden bei "besonderen Umständen" zu erlauben. Die an der Universität von Newcastle entwickelte Methode betrifft allerdings nur äußerst wenige Paare: Rund 125 Babys werden jedes Jahr in Großbritannien mit einer Mitochondriopathie, einer Fehlfunktion der Mitochondrien, geboren. Diese wird von der Mutter vererbt.

Erstes Baby in Mexiko

In Mexiko war die Geburt eines Babys mit dem Erbgut von drei Menschen im April gemeldet worden. In Mexiko ist das Verfahren weder ausdrücklich erlaubt, noch verboten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Dezember 2016 um 13:24 Uhr

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