Das Bild zeigt eine Spritze vor dem Wort Doping | Bildquelle: dpa

Neue ARD-Doku Russlands Täuschungsmanöver in Sachen Doping

Stand: 06.03.2016 18:00 Uhr

Russlands Leichtathletik-Verband verstößt massiv gegen Auflagen des Internationalen Verbandes IAAF und der Welt-Doping-Agentur WADA. Das belegen Aufnahmen, die der ARD-Doping-Redaktion vorliegen. Den Russen droht damit der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Russlands zurzeit weltweit suspendierter Leichtathletik-Verband verstößt massiv gegen die Auflagen des Internationalen Verbandes IAAF und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Damit riskieren die Russen den endgültigen Ausschluss von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Das belegen zahlreiche neue Audio- und Videoaufnahmen, die der ARD-Doping-Redaktion um den Autor Hajo Seppelt vorliegen.

Doping in Russland geht weiter
tagesschau 20:00 Uhr, 06.03.2016, Hajo Seppelt, WDR

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Gesperrte Trainer trainieren in der Provinz weiter

Der russische Leichtverband war im November 2015 aufgrund vorangegangener Recherchen der ARD-Journalisten auf unbestimmte Zeit von allen internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Russlands Sportführung gelobte daraufhin Besserung und versprach grundlegende Reformen. Lippenbekenntnisse, wie die neue Doku nun belegt.

Gesperrte Trainer trainieren demnach tief in der russischen Provinz weiter, als sei nichts geschehen. Andere Trainer erweisen sich als immer noch aktive Dopingmittel-Dealer. Und eine frisch gekürte Führungskraft der russische Anti-Doping-Agentur RUSADA hat nach der ARD vorliegenden Dokumenten in der Vergangenheit Termine für Doping-Kontrollen mit Aktiven abgesprochen.

"Voraussetzung für die Olympia-Teilnahme nicht gegeben"

"Wenn ein Offizieller absichtlich Athleten vorab über Dopingtests informiert, um das Kontrollsystem zu unterlaufen, müssen disziplinarische Konsequenzen folgen. Das muss untersucht werden, und eine Konsequenz wäre, dass diese Person gefeuert wird", zeigt sich Joseph de Pencier entsetzt über die Recherchen des ARD-Teams. Der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung der nationalen Anti-Doping-Organisationen (INADO) will Klarheit in Sachen Russland: "Wir sind sehr skeptisch. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sollten die russischen Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen 2016 zugelassen werden."

Auch Deutschlands oberster Leichtathlet, Clemens Prokop, ist mit seiner Geduld am Ende. "Offensichtlich hat sich die Situation, wie sie von der WADA-Kommission beanstandet worden ist, nicht substanziell geändert", sagt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und redet Klartext: "Das kann nur bedeuten, dass die Voraussetzung für die Olympia-Teilnahme der russischen Leichtathleten nicht gegeben ist."

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