Anschlag in der Türkei

Mindestens acht Tote in Diyarbakir

Stand: 04.11.2016 10:59 Uhr

Wenige Stunden nach der Festnahme führender kurdischer Politiker ist das südosttürkische Diyarbakir von einem Anschlag erschüttert worden. Laut Premier Yildirim wurden acht Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Verantwortlich für den Anschlag sei die PKK.

Nach der Festnahme von zahlreichen Abgeordneten der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP hat sich in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir ein schwerer Anschlag ereignet. Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim zufolge wurden bei dem Autobombenanschlag acht Menschen getötet. Mehr als 100 Menschen seien bei der Detonation in der Nähe des Polizei-Hauptquartiers der Provinz verletzt worden.

Die Behörden machen die PKK für den Anschlag verantwortlich. Auch ein Attentäter - vermutlich ein PKK-Mitglied - sei bei der Detonation ums Leben gekommen. Hubschrauber kreisten über Diyarbakir.

In den Kurdengebieten in der Südosttürkei und in anderen Regionen sperrten die Behörden in der Nacht den Zugang zu sozialen Medien. In der Millionenmetropole Istanbul war zeitweise das mobile Internet per Handy nicht zu erreichen.

Die Explosion ereignete sich wenige Stunden nach der Festnahme führender kurdischer Politiker.

Zahlreiche Abgeordnete festgenommen

Bei nächtlichen Razzien hatte die Polizei wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen, darunter die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war im Mai ihre Immunität aufgehoben worden. Erdogan beschuldigt die HDP, der verlängerte Arm der PKK zu sein.

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HDP-Politiker festgenommen, Explosion in Diyarbakir
R. Baumgarten, ARD Istanbul
04.11.2016 08:18 Uhr