Nach Festnahmen in der Türkei

Verletzte bei Explosion in Diyarbakir

Stand: 04.11.2016 07:26 Uhr

Nur wenige Stunden nach der Festnahme führender kurdischer Politiker ist es im südosttürkischen Diyarbakir zu einer schweren Explosion vor einem Polizeigebäude gekommen. In Medienberichten ist von einem Toten und mehreren Verletzten die Rede.

Nach der Festnahme von zahlreichen Abgeordneten der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP hat sich in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir eine schwere Explosion ereignet. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zu der Detonation sei es neben einem Anbau des Polizei-Hauptquartiers gekommen.

Medienberichten zufolge gab es bis zu 30 Verletzte. Der Sender NTV meldet, dass ein Mensch getötet worden sei. Bei der Explosion soll es sich um einen Autobombenanschlag handeln. Eine Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor. Hubschrauber kreisten nach Angaben von Anwohnern über der Stadt. Krankenwagen seien zum Ort der Explosion unterwegs.

Die Explosion ereignete sich wenige Stunden nach der Festnahme führender kurdischer Politiker.

Zahlreiche Abgeordnete festgenommen

Bei nächtlichen Razzien hatte die Polizei wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen, darunter die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war im Mai ihre Immunität aufgehoben worden. Erdogan beschuldigt die HDP, der verlängerte Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

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HDP-Politiker festgenommen, Explosion in Diyarbakir
R. Baumgarten, ARD Istanbul
04.11.2016 08:18 Uhr