Logo Disney-Company | Bildquelle: AP

Streaming-Offensive Disney will nicht mehr mit Netflix

Stand: 09.08.2017 10:41 Uhr

Strategiewechsel bei Disney: Der Konzern hat angekündigt, seine Zusammenarbeit mit Netflix zu beenden. Stattdessen will er künftig eigene Streaming-Dienste anbieten und hat schon einen Sport- und einen Unterhaltungskanal geplant.

Der US-Unterhaltungskonzern Disney beendet seine Zusammenarbeit mit Netflix und will seine Inhalte künftig selbst über das Internet verkaufen. Zunächst soll im kommenden Jahr das Programm des hauseigenen Sportsenders ESPN online verfügbar sein. Für 2019 ist ein weiterer Streaming-Service für Filme und Serien geplant. Der Konzern will dann keine seiner Neuerscheinungen mehr auf Netflix vertreiben.

Die Netflix-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent. Bisher bietet Disney seine Inhalte online exklusiv dort an.

Der Konzern sprach in einer Mitteilung von einem "strategischen Kurswechsel". Sender wie ESPN sind bisher meist über Kabel- und Satellitenverträge zugänglich. In den USA geht der Trend jedoch dahin, dass Verbraucher sich von den Kabelsendern abwenden und vermehrt Filme und Serien über Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon schauen. Deshalb sucht Disney-Chef Robert Iger jetzt den direkten Draht zu Verbrauchern. Sein Vorstoß könnte den Wandel der TV-Landschaft beschleunigen.

Mehrheit an BAMTech erworben

Auf dem neuen Online-Sportsender ESPN sollen nun jährlich rund 10.000 Veranstaltungen ausgestrahlt werden, wie Disney ankündigte, darunter etwa Baseball, Hockey und Tennis. Auf dem zweiten Streamingkanal sollen die Verbraucher unter anderem Disney- und Pixar-Filme zu sehen bekommen sowie Inhalte der Sender Disney Channel, Disney Junior und Disney XD.

Um den Streaming-Vorstoß technisch zu bewältigen, stockt der Konzern für rund 1,6 Milliarden Dollar seine Beteiligung am Technologieanbieter BAMTech von 33 Prozent auf die Mehrheit von 75 Prozent auf.

Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal waren ein Alarmsignal, dass Disney etwas ändern muss. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum fiel der Gewinn in den drei Monaten bis Anfang Juli um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro). Die Erlöse sanken leicht auf 14,2 Milliarden Dollar.

Disney startet eigenen Streaming-Dienst
Marcus Schuler, Silicon Valley
09.08.2017 08:15 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2017 um 10:00 Uhr.

Darstellung: