Deniz Naki im Jahr 2012 bei FC St. Pauli | Bildquelle: picture alliance / INSIDE-PICTUR

Prozess gegen Fußballer in der Türkei Freispruch für Naki

Stand: 08.11.2016 11:31 Uhr

Unerwarteter Prozessausgang für Deniz Naki: Der deutsche Fußballspieler ist in der Türkei freigesprochen worden. Naki selbst hatte wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda mit einer Verurteilung gerechnet.

Ihm drohten fünf Jahre Haft, und er selbst rechnete damit, für längere Zeit ins Gefängnis zu müssen. Im Prozess um angebliche Propaganda für die verbotene Terrororganisation PKK gegen den Fußballprofi Deniz Naki hat ein Richter in der türkischen Stadt Diyarbakir den Angeklagten überraschend freigesprochen.

alt Deniz Naki | Bildquelle: Deniz Naki / Facebook

Zur Person

Deniz Naki, geboren 1989 in Düren, spielte in der Jugend bei Bayer Leverkusen und in den DFB-Nationalmannschaften. Von 2009 bis 2012 war er beim FC St. Pauli, danach in Paderborn. 2013 wechselte Naki in die Türkei, wo er mittlerweile bei Amed SK in Diyarbakır spielt.

Umstrittene Aktivitäten auf Facebook und Twitter

Die Staatsanwaltschaft hatte Naki unter anderem wegen mehrerer Einträge auf Facebook und Twitter angeklagt. Naki, der früher für den FC St. Pauli und den SC Paderborn gespielt hatte und nun für den den türkischen Drittligisten Amed SK aufläuft, hatte nach einem unerwarteten Sieg seines Vereins über den Erstligisten Bursaspor geschrieben, der Pokalerfolg denen gewidmet, "die bei den Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden".

Der Verein ist in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir (kurdisch: Amed) beheimatet. Van Aken wertete den Prozessausgang als Zeichen dafür, dass "der internationale Druck mal funktioniert hat". Am Prozess nahm auch ein Beobachter der deutschen Botschaft in Ankara teil.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandradio Kultur am 07. November 2016 um 22:52 Uhr und NDR Info am 08. November 2016 um 07:38 Uhr.

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