Tausende demonstrierten in London für die Aufnahme von Flüchtlingen | Bildquelle: AFP

Demos in Kopenhagen und London Zehntausende demonstrieren für Flüchtlinge

Stand: 12.09.2015 18:35 Uhr

In London und Kopenhagen haben mehrere Zehntausend Menschen die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in ihren Ländern gefordert. An dem Zug in London nahm auch der neue Labour-Chef Corbyn teil. In Warschau, Prag und Bratislava protestierten dagegen Tausende gegen Flüchtlinge.

Zehntausende Menschen haben in London den britischen Premierminister David Cameron zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen gedrängt. "Öffnet die Grenzen" und "Das Leben der Flüchtlinge zählt", stand auf ihren Plakaten. Zu der Kundgebung in London hatten mehrere Nichtregierungsorganisationen aufgerufen.

Der neue Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach auf der Pro-Flüchtlingsdemo in London. | Bildquelle: AFP
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Der neue Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach auf der Pro-Flüchtlingsdemo in London.

Der Protestzug startete vom Hyde Park in Richtung Downing Street 10, dem Amtssitz Camerons. Zu den prominentesten Teilnehmern zählte der frisch gekürte Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn. Er rief zu einer "friedlichen Lösung" der Flüchtlingskrise auf. Cameron hatte nach heftigem Druck der britischen Öffentlichkeit angekündigt, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 20.000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Allerdings will er keine Menschen ins Land lassen, die es schon auf europäischen Boden schafften, sondern Syrer, die sich noch in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern befinden.

30.000 auf Kopenhagens Straßen

Auch in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen forderten laut Polizei etwa 30.000 Menschen die Aufnahme von mehr Einwanderern, die derzeit nach Europa gelangen. Dänemark hatte in der vergangenen Woche den Zugverkehr von Deutschland vorübergehend gestoppt, um Flüchtlinge fernzuhalten. Der Verkehr wurde am Donnerstag zwar wieder aufgenommen, allerdings wurden nur die Einwanderer hereingelassen, die nach Schweden weiterreisen wollten.

Die Demonstranten in Kopenhagen forderten hingegen, die Flüchtlinge im Land willkommen zu heißen. "Europa ist Syriens nächster Nachbar", stand etwa auf ihren Schildern. Im Grenzort Padborg, durch den viele Flüchtlinge gekommen waren, protestierten etwa 400 Menschen für eine großzügigere Asylpolitik ihrer Regierung. Etwa 150 Gegendemonstranten verlangten, die Grenzen für Flüchtlinge zu schließen.

Demonstrationen in Kopenhagen und Warschau
tagesschau 20:00 Uhr, 12.09.2015

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Anti-Flüchtlingsdemos in Warschau und Prag

In Prag, Warschau und Bratislava gingen hingegen Tausende Flüchtlingsgegner auf die Straße. In der polnischen Hauptstadt Warschau versammelten sich rund 10.000 Menschen. Sie schwenkten Nationalflaggen und skandierten: "Heute Flüchtlinge, morgen Terroristen!" oder "Polen, frei vom Islam!". Auf einer Gegenkundgebung demonstrierten Hunderte für Gastfreundschaft.

In der tschechischen Hauptstadt Prag versammelten sich Hunderte Vertreter des fremdenfeindlichen "Blocks gegen den Islam". Und im slowakischen Bratislava standen sich bei zwei Veranstaltungen etwa 1000 Flüchtlingsgegner und rund 400 Gegendemonstranten gegenüber.

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