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Demonstration in Moskau
Gewalt bei Protesten gegen Putins Amtseinführung
Einen Tag vor Amtseinführung des neuen russischen Präsidenten Wladimir Putin haben Tausende Demonstranten in Moskau gegen dessen Rückkehr in den Kreml protestiert. Dabei kam es zu Ausschreitungen, als russische Polizeieinheiten gegen Regierungsgegner vorgingen und die Teilnehmer mit Schlagstöcken auseinandertrieben. Augenzeugen sprachen von blutigen Szenen.
Die Polizei nahm eigenen Angaben zufolge 400 Menschen fest. Wie die Agentur Interfax meldete, wurde unter anderem der frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow, der Internetblogger und Anwalt Alexej Nawalny sowie der linke Oppositionspolitiker Sergej Udalzow vorübergehend in Gewahrsam genommen. Ihnen droht jeweils eine Arreststrafe von 15 Tagen.
Moskau: Zahlreiche Verletzte und hunderte Festnahmen bei Demonstration
tagesschau 01:29 Uhr, 07.05.2012, Georg Restle, ARD Moskau
Polizei spricht von Provokationen
Nach Angaben der Polizei gab es unter den Demonstranten Provokateure, die mit Steinen und Flaschen warfen. Die Polizei sprach von Verletzten unter den Einsatzkräften sowie von Gewalt seitens der Demonstranten gegen Journalisten des Staatsfernsehsenders NTW. Die Opposition forderte Zugang zum Fernsehen, das vom Kreml kontrolliert wird.
Insgesamt sollen nach Angaben des Innenministeriums 8000 Menschen an den Demonstrationen teilgenommen haben. Die Organisatoren des "Marschs der Millionen" hingegen sprachen von Zehntausenden Menschen.
Mit der Aufschrift "Wandel erfordert Solidarität" auf einem orangenen Banner zog die Oppositionsbewegung durch das Stadtzentrum, wie das regierungskritische Internetportal kasparov.ru berichtete.
Opposition spricht von Behinderungen
Die Protestbewegung warf den Behörden vor, Oppositionelle an der Fahrt nach Moskau zu hindern. Unabhängige Medien berichteten, Hunderte Putin-Gegner seien davon abgehalten worden, in die Hauptstadt zu reisen. So habe die Polizei Busse mit Demonstranten angehalten und die Fahrzeugpapiere eingezogen, um die Weiterfahrt unmöglich zu machen.
Die Moskauer Stadtverwaltung schloss zudem zwölf Metro-Stationen in Laufweite zur geplanten Strecke des Protestmarsches - offiziell zur Vorbereitung der Parade zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 9. Mai.
In anderen Städten Russlands gab es ebenfalls Proteste gegen Putin. Dessen Anhänger wollen in Moskau eine Gegenkundgebung mit 50.000 Teilnehmern abhalten.
Zusammenstöße bei Demonstration in Moskau
C. Nagel, ARD Moskau
06.05.2012 20:09 Uhr
Amtseinführung - Putin kennt das Prozedere
Putin kehrt an diesem Montag nach vier Jahren im Amt des Regierungschefs zum dritten Mal nach 2000 und 2004 in den Kreml zurück. Er war im März erneut zum Präsidenten gewählt worden. Die Wahl war von Betrugsvorwürfen begleitet.
Putin tauscht nun den Posten mit dem bisherigen Präsidenten Dimitri Medwedjew, der Regierungschef wird. Für die Amtseinführung ist eine Zeremonie mit 30 Salutschüssen vorgesehen. Putin soll zudem den Segen des orthodoxen Patriarchen Kirill erhalten.
Die Opposition rief ihre Anhänger dazu auf, die Fahrt Putins in den Kreml schweigend und mit weißen Armbinden als Zeichen des Protests zu verfolgen.
Stand: 06.05.2012 19:00 Uhr
