Demonstranten in Barcelona | Bildquelle: AP

Demo gegen U-Haft Groll gegen Madrid

Stand: 03.11.2017 01:49 Uhr

Die Inhaftierung von acht ehemaligen Mitgliedern der Regionalregierung hat in Katalonien Proteste ausgelöst. In Barcelona kamen rund 20.000 Menschen zusammen - allerdings weitaus weniger als sonst bei Demonstrationen der Unabhängigkeitsbefürworter.

Von Christopher Plass, ARD-Studio Madrid, zzt. Barcelona

"Jetzt reicht's" - das war die Botschaft der Großdemonstration am Abend vor dem katalanischen Parlament. Fast 20.000 Menschen waren auf den Beinen: Fahnen, Sprechchöre, Musik. Die verhängte Untersuchungshaft für die Minister der abgesetzten katalanischen Regierung hat die Demonstranten aufgebracht. Freiheit forderten sie für die "politischen Gefangenen", wie es bei vielen hieß: "Wie kann man acht Leute einsperren, nur weil sie ihre Meinung gesagt haben? Das ist nicht hinnehmbar!“, meint eine ältere Demonstrantin.

Menschen jeden Alters waren zusammengekommen - erbost über die Maßnahmen der Justiz und vor allem sauer auf Madrid. Die Zentralregierung hatte die katalanische Regierung unter Berufung auf den Verfassungsartikel 155 abgesetzt und das Parlament aufgelöst. Es gebe viele Gründe, jetzt geschlossen zu protestieren, meint ein Mann: Es gehe um die katalanische Identität und darum, dass Madrid das Recht für sich benutze, obwohl es um einen politische Frage gehe.

Demonstration gegen Inhaftierung von Mitgliedern der Regionalregierung
Morgenmagazin, 03.11.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Vergleiche mit der Franco-Zeit

Albert, ein Unternehmer, der in München Deutsch gelernt hat, fragt sich: Wie kann es sein, dass man mit einer gewählten Regierung so umgeht? Sie versuche doch nur umzusetzen, was sie versprochen habe: Unabhängigkeit. Und Demonstrant Marcel sieht Europa in der Pflicht: "Es geht um Werte und Grundrechte. Was ist Europa, wenn es das nicht verteidigt?"

So ist die Sichtweise der aufgebrachten Demonstranten. Ihre Regierung in Untersuchungshaft - schnell werden da Vergleiche mit der Franco-Zeit gezogen. Keiner der Demonstranten ließ gelten, dass jetzt die Zeit der Justiz ist. Untersuchungshaft gegen Ex-Minister wegen Fluchtgefahr, Vorwurf der Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung von öffentlichen Geldern im Zusammenhang mit ihren Unabhängigkeits-Aktivitäten.

Puigdemont ruft zu friedlichem Protest auf

Außerdem wird in Kürze der Europäische Haftbefehl gegen Ex-Ministerpräsident Puigdemont erwartet, der sich mit vier anderen Ministern nach Belgien abgesetzt hat. Gestern war er nach Presseberichten bereits fertig, aber noch nicht ausgestellt. Die belgische Justiz wäre dann am Zug.

Puigdemont wurde am Abend mit Sprechchören gefeiert - als ihr Präsident. Wie inszeniert erschien er dann auch abends im Fernsehen, sprach von einem Anschlag auf die Demokratie, mahnte aber auch, friedlich zu bleiben. Katalanen machten ihre Sache so, wie auch Nation und Gesellschaft groß geworden seien: ohne Gewalt, in Frieden und in Respekt vor anderen Meinungen und Menschen.

Europa soll helfen

Die Demonstration verlief friedlich, lautstark wurde in manchen Stadtteilen mit Hupkonzerten und Geklingel am späten Abend weiter protestiert. Die Gewerkschaften haben einen Generalstreik für nächste Woche in Aussicht gestellt. Eine Zuspitzung der Lage zeichnet sich ab.

Ein Anliegen hatten die Demonstranten besonders: Europa müsse sich endlich kümmern und für Dialog sorgen. Die EU-Staaten aber erklärten sich solidarisch mit Spaniens Zentralregierung. Das wollten die Demonstranten nicht wahrhaben. Stellvertretend ein Appell: "Bitte Deutschland, helft uns. Dankeschön."

Großdemonstration in Barcelona gegen Haftbefehle
Christopher Plass, ARD Madrid
03.11.2017 00:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 03. November 2017 um 05:38 Uhr.

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