Ein küssendes Paar hält ein Schild mit der Aufschrift "Hablamos?" hoch. | Bildquelle: REUTERS

Demos im Katalonien-Konflikt "Lasst uns reden"

Stand: 07.10.2017 18:28 Uhr

Der Streit um ein unabhängiges Katalonien droht Spanien zu spalten. Deshalb haben Zehntausende für einen Dialog zwischen Madrid und Barcelona demonstriert. Gleichzeitig gingen auch Unabhängigkeitsgegner auf die Straße - hier war der Ton deutlich schärfer.

Von Marc Koch, ARD-Studio Madrid

Zehntausende weiß gekleidete Menschen auf den Rathausplätzen des Landes: In ganz Spanien haben Bürger für den Dialog und gegen den Separatismus protestiert. Viele waren dem Aufruf der Plattform "Hablamos" - zu deutsch: "Sprechen wir" - gefolgt. "Hablamos" ist ein überparteiliches Bündnis, das erst letzte Woche gegründet worden ist.

Demonstration in Barcelona. | Bildquelle: REUTERS
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Tausende Demonstranten gingen in Barcelona ...

Demonstration in Madrid. | Bildquelle: AFP
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und in Madrid auf die Straßen und Plätze.

Genug Konfrontation, der Dialog muss her

Kleidung und Fahnen in weißer Farbe stehen für Frieden und Verständigung. Auch, wenn einige Demonstranten stocksauer über die verfahrene Situation sind, wie eine Frau auf dem Cibeles-Platz in Madrid: "Ich finde das unglaublich. Das ist so ein Mangel an Respekt, sowohl von der katalanischen als auch von der Zentralregierung." Dieses Unabhängigkeitsproblem sei doch nicht von gestern, bereits vor vor fünf Jahren sei das losgegangen. "Und sie haben absolut nichts getan."

Die meisten Spanier haben genug von der Konfrontation und wollen eine Lösung, sagt ein Mann: "Wir wollen den Dialog zwischen allen Spaniern, um eine Einigung zu finden, bei der alle gewinnen und alles einen guten Weg geht."

Bröckelt die katalonische Unabhängigkeitsbewegung?
tagesthemen 22:25 Uhr, 07.10.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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"Die Menschen sagen uns, dass wir versagt haben"

Selten waren das Volk und seine Vertreter so weit auseinander, scheint es. Das Land ist besser als seine Politiker, riefen die Demonstranten. Die Botschaft ist angekommen, sagt Miquel Iceta, Chef der katalanischen Sozialisten, inmitten der weißen Menge in Barcelona: "Die Menschen sagen uns, dass wir versagt haben und unserer Verantwortung nicht nachgekommen sind. Aber wir noch gibt es Chancen: Wir müssen reden und das lösen."

Doch wie eine Lösung aussehen kann, darüber sind sich längst nicht alle Spanier einig. Bei einem "patriotischen Marsch", einer anderen Großdemonstration auf der Plaza de Colón in Madrid, war der Ton gegenüber den katalanischen Nationalisten deutlich schärfer. So sagt Pablo Casado, Politiker des konservativen Partido Popular: "Wir sind ganz nahe bei den Katalanen, die sich als Spanier fühlen. Bei denen, die keine Angst vor den Provokationen, den Drohungen und den Beleidigungen der Separatisten haben. Wir sind sehr stolz darauf, Spanier zu sein. Wir stehen für das Recht, das Zusammenleben, die historische Einheit Spaniens und für die Verfassung."

Das klingt zwar auch nach Verständigung, aber nicht ohne Bedingungen und deutlich schärfer als die Proteste in Weiß ein paar Straßen weiter. Aber der Ruf nach Dialog dürfte in den nächsten Tagen noch lauter werden.

Über dieses Thema berichtete am 07. Oktober 2017 NDR Info um 13:00 Uhr und die tagesschau um 17:50 Uhr.

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