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Unangekündigter Besuch in Masar-i-Scharif
De Maizière reist ohne Militärschutz nach Afghanistan
Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist zu einem zweitägigen Besuch in Afghanistan eingetroffen. Der Minister landete erstmals mit einem ungeschützten, zivilen Regierungs-Airbus direkt auf dem Flughafen der nordafghanischen Großstadt Masar-i-Scharif. Die stabilere Sicherheitslage in der Region habe dies möglich gemacht, hieß es.
Bisher waren deutsche Regierungsmitglieder auf dem Weg nach Afghanistan stets im usbekischen Termes in Militärmaschinen umgestiegen, die über Schutzmechanismen gegen Raketenbeschuss verfügen. "Das ist auch ein Zeichen für die bessere Sicherheit hier im Norden", sagte der Minister, der nach eigenen Angaben zum zehnten Mal in Afghanistan ist.
Gespräche über Rückzug
Hintergrund der Reise ist der geplante Truppenabzug bis Ende 2014. Er wolle sich ein Bild davon machen, wie die Afghanen zunehmend Sicherheit in die eigenen Hände nehmen, sagte der Minister. Schwerpunkt der Reise solle sein, "in besonderer Weise mit afghanischen Partnern" zu sprechen. Dies unterstreiche die "zunehmend unterstützende Rolle", die auch deutsche Soldaten in Afghanistan hätten.
Bereits Mitte 2013 sollen die Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF in ihre Stützpunkte zurückkehren und nur noch eine unterstützende Rolle spielen. Dann will Afghanistan selbst für die Sicherheitsverantwortung im Land sorgen.
Gabor Halasz (ARD Masar-i-Scharif) zu de Maizieres Afghanistan-Besuch
tagesschau24 09:15 Uhr, 12.11.2012
Zahl der deutschen Soldaten bereits reduziert
Dass Deutschland auch nach 2014 in Afghanistan engagiert bleibt, hat die Bundesregierung mehrfach betont. Die neue Mission soll nach Angaben von de Maizière aus Beratung, Unterstützung und Hilfe bestehen.
Die Zahl der deutschen Soldaten am Hindukusch wurde bereits leicht verringert - von einst bis zu 5350 auf derzeit 4760 Frauen und Männer. Noch im November wollen de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle einen Vorschlag für die weitere Truppenreduzierung machen. Spätestens im Januar entscheidet dann der Bundestag über ein neues Mandat für den Einsatz.
ISAF sieht Taliban geschwächt
Die ISAF teilte derweil mit, dass sich die Sicherheitslage im Land deutlich gebessert habe. Die Zahl der Anschläge und Angriffe der Taliban habe in den vergangenen drei Monaten um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgenommen, sagte ISAF-Sprecher Günter Katz im Gespräch mit dem ARD-Hörfunkstudio Südasien. Allerdings listen die ISAF-Statistiken nur jene Angriffe auf, von denen ausländische Soldaten oder afghanische Sicherheitskräfte betroffen sind. Opfer unter der Zivilbevölkerung tauchen dort nicht auf. Allein in den letzten drei Monaten wurden laut Katz 1100 Zivilisten verletzt oder getötet.
ISAF sieht Taliban als extrem geschwächt an
K. Küstner, ARD Neu-Delhi
12.11.2012 08:56 Uhr
Stand: 12.11.2012 08:41 Uhr
