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27.000 Meilen übers Meer: Die 16-jährige Niederländerin Laura Dekker hat die Welt umsegelt. Damit ist sie der jüngste Mensch, der dies jemals allein geschafft hat. Auf Sint Maarten wurde sie von ihren Eltern und Schaulustigen empfangen. In der Heimat droht derweil Ärger.
Von Ludger Kazmierczak, ARD-Hörfunkstudio Den Haag
[Bildunterschrift: Für ihren Traum von der Weltumsegelung musste Laura lange kämpfen. ]
Triumphierend reckt Laura Dekker die Faust in den Himmel. Nach 518 Tagen und 27.000 Seemeilen hat sie ihr Ziel erreicht. Auf den letzten Metern im Hafen von Sint Maarten wird die 16-Jährige von einer kleinen Armada karibischer Motoryachten eskortiert.
An Land warten bereits die jubelnden Eltern und Dutzende Zuschauer, darunter viele Jugendliche und einige offizielle Vertreter des winzigen Inselstaates. Lautstark begrüßen sie ihr "Zeilmeisje" - das Segelmädchen.
Laura war 14 Jahre alt, als sie im Sommer 2010 vor Gibraltar ihr waghalsiges Unternehmen begann. Ihre Route führte über den Atlantik, durch die Karibik weiter nach Australien und dann südlich vorbei an Afrika nach Sint Maarten.
Wenn es nach den niederländischen Behörden gegangen wäre, hätte die junge Schülerin niemals zu dieser Reise aufbrechen dürfen. Erst in letzter Instanz gab ein Gericht grünes Licht für den Törn - allerdings nur unter der Auflage, dass Laura weiter für die Schule büffelt und im Internet an einem Fernunterricht teilnimmt.
In einem Interview räumte sie jedoch kürzlich ein, keine Zeit mehr zum Lernen zu finden. Sie konzentriere sich voll und ganz aufs Segeln. Daraufhin wurde ihr Vater prompt zum Schul- und Jugendamt zitiert, um Rechenschaft abzulegen.
Über die Hartnäckigkeit der Behörden ist Laura so verärgert, dass sie darüber nachdenkt, ihre Heimat zu verlassen und nach Australien oder Neuseeland auszuwandern. Der Ärger habe sie regelrecht traumatisiert, schrieb sie in ihrem Blog. Sie wisse nicht, ob Holland noch ihr Land sei.
Seit gestern Abend ist Dekker die jüngste Weltumseglerin aller Zeiten. Ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bleibt ihr dennoch verwehrt. Man wolle so gefährliche Projekte nicht auch noch fördern, heißt es seitens der Redaktion in London. Sie hat die Kategorie der jüngsten Weltumsegler daher aus dem Guinness-Buch gestrichen.
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