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Spiel, Satz und Sieg - gleich wer das Davis-Cup-Spiel Schweden gegen Israel gewinnt, wird dies vor leeren Rängen tun. Denn die Partie in Malmö findet ohne Publikum statt. Aus Sicherheitsgründen, sagt der Verband. Doch mancher sieht darin auch eine politische Aussage.
Von Albrecht Breitschuh, ARD-Hörfunkstudio Stockholm
[Bildunterschrift: Keine Pfiffe, kein Applaus: Schon das Training in Malmö fand ohne Publikum statt. ]
Eyal Ran gibt sich diplomatisch. So besonders sei das nun auch nicht, dass sie unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen spielen würden, sagt der Kapitän der israelischen Davis-Cup Mannschaft, um dann lobende Worte für den Gastgeber Schweden zu finden: "Wir sind sehr glücklich, hier in Schweden zu spielen und wieder in der Welt-Gruppe zu sein. Schweden hat vor einem Jahr in Israel gespielt, wir haben sie mit offenen Armen empfangen. Ich bin nicht so genau über die Gründe informiert, warum die Entscheidung so gefallen ist. Wir wollen hier das Match gewinnen, auf manches haben wir eben keinen Einfluss."
Gemeint ist die Entscheidung der Stadt Malmö, das Davis-Cup-Match Schweden gegen Israel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen. Aus Sicherheitsgründen, weil gewaltsame Proteste wegen des Gaza-Krieges erwartet werden. Man sei doch hier um Tennis zu spielen, sagt Israels Doppelspezialist Andy Ram, und wird dann sehr viel deutlicher als sein Team-Kapitän: "Ich halte das für eine falsche Entscheidung, die anderen Ländern als Vorbild dienen kann, ähnlichen Blödsinn zu verzapfen. Es wird sehr schwer sein, unter diesen Bedingungen zu spielen, für uns aber auch für das schwedische Team. Noch einmal, eine komplett falsche Entscheidung."
[Bildunterschrift: Besondere Motivation gefragt: Israelischer Davis-Cup-Spieler Har'el Levy beim Training ]
Verschiedenen sogenannten Aktionsbündnissen reicht der Zuschauerausschluss nicht. Sie wollen das Spiel platzen lassen - ohne Gewalt, wie sie betonen. Ein Motto, das linksextreme Gruppen wie die "Antifaschistische Aktion" nicht unterstützen und eigene Protestformen fürs Wochenende angekündigt haben. Während vom Internationalen Tennisverband deutliche Kritik kam, sind die meisten schwedischen Medien sehr zurückhaltend. Passend zu der sehr palästinafreundlichen Berichterstattung während des Gaza-Krieges. Auch führende Politiker der Sozialdemokraten wie Ann Ludvigsson sprechen sich für eine Absage aus: "In der Lage, in der sich Israel so bedenkenlos auftritt und sich über UN-Resolutionen hinwegsetzt, ist das eine Möglichkeit zu zeigen, dass wir Israels Verhalten ablehnen."
Die Organisatoren rechnen mit 10.000 bis 12.000 Demonstranten. Malmö ist aus Sicherheitsgründen auch deshalb ein schwieriges Pflaster, weil Randalierer aus dem benachbarten Kopenhagen erwartet werden. Außerdem hat es in den überwiegend muslimischen Einwanderervierteln der Stadt in letzter Zeit immer wieder Ausschreitungen gegeben. Ein merkwürdiger Rahmen eines Davis-Cup-Matches, findet der schwedische Tennisprofi Thomas Johannson: "Das ist schon ein eigenartiges Gefühl, in Schweden zu spielen, aber ohne Publikum. Die Polizei hat bisher fantastisch gearbeitet, jetzt müssen wir das Match gewinnen und hoffen, dass es ruhig bleiben wird."
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