Theresa May (links im Hintergrund Damian Green) | Bildquelle: AFP

Rücktritt von May-Ministern Einsame Spitze

Stand: 21.12.2017 12:51 Uhr

Theresa May und Damian Green - die beiden blicken auf eine jahrzehntelange Freundschaft zurück. Der 61-jährige konservative Politiker gehörte zu den engsten Verbündete der britischen Premierministerin - und es ist nicht der erste Rauswurf, der ihr nahegeht.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Sie haben zusammen studiert, wurden beide vor 20 Jahren zum ersten Mal ins britische Unterhaus gewählt, er arbeitete für sie im Innenministerium und als Kabinettschef in Number 10 Downing Street. Mit Green verliert Premierministerin Theresa May einen langjährigen Vertrauten und engen Verbündeten. Ein trauriger Moment, sagt Gesundheitsminister Jeremy Hunt. Green sei ein sehr fähiger Minister gewesen, der sich immer für die Benachteiligten der Gesellschaft eingesetzt habe.

Der 61-jährige Damian Green soll eine junge Journalistin belästigt sowie falsche Angaben über Pornografie auf seinem Dienstcomputer gemacht haben. Im November hatte die Journalistin ihre Vorwürfe veröffentlicht, daraufhin war eine interne Untersuchung eingeleitet worden. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass im Jahre 2008 auf dem Computer des konservativen Politikers im Parlament pornografische Inhalte gefunden wurden. Beide Vorwürfe hatte Green bestritten.

Julie Kurz, ARD London, zum Rücktritt des britischen Vize-Premiers Green
tagesschau24 16:30 Uhr, 21.12.2017

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Richtig, aber spät

Die Labour-Abgeordnete Jess Philips findet den Rauswurf durch Premierministerin May richtig, aber auch ein bisschen spät. Sie möge und sie schätze Green, sagt die Oppositionspolitikerin. Aber jetzt gehe es darum, falsche Loyalitäten beiseite zu schieben, sich mehr um das Thema sexuelle Belästigung im Parlamentsbetrieb zu kümmern und weniger um Macht und Freundschaften.

Damian Green | Bildquelle: dpa
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Green bestreitet die Belästigungsvorwürfe.

Es ist nicht der erste Rauswurf aus der unmittelbaren Umgebung von Theresa May. Ihre beiden engsten Berater mussten gleich nach dem desaströsen Neuwahl-Ergebnis im Juni gehen, Anfang November trat Verteidigungsminister Michael Fallon wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurück. Eine Woche später räumte Entwicklungshilfeministerin Priti Patel ihren Stuhl. Sie hatte eigenmächtig Gespräche mit der israelischen Regierung geführt.

Ist May geschwächt? Nein, sagen Parteifreunde

Trotz des Aderlasses im Kabinett sieht Gesundheitsminister Jeremy Hunt seine Premierministerin nicht gefährdet, im Gegenteil. In der Führung sei man einsam, das bestätigten alle Premierminister. "Aber trotz des unglaublichen Drucks in den vergangenen Monaten hat May wichtige Entscheidungen getroffen und durchgesetzt, ob das jetzt die Brexit-Verhandlungen mit der EU sind oder die schwierige Gesetzgebung hier bei uns im Unterhaus, oder der Haushalt und so weiter."

Auch Ian Duncan Smith, selbst mal Parteivorsitzender der konservativen Tories, sieht May nicht geschwächt. Schließlich habe sie ihn ja zum Rücktritt aufgefordert.

Smith gehört zu den bekanntesten Brexit-Befürwortern im Lande und treibt als solcher die Regierung von May immer wieder vor sich her. Diesmal habe sie Führungsstärke bewiesen, sagt Smith. "Es sagt doch etwas über sie, dass sie, selbst wenn jemand ein enger Verbündeter ist, eine solche Entscheidung treffen kann. Das zeigt, dass sie sich nicht einfach vor jemanden stellt, wenn er nicht die Fragen beantwortet, die er beantworten sollte."

Brexit-Minister David Davis will übrigens weiterhin im Amt bleiben. Er hatte vor einigen Wochen gedroht: Wenn Green gehen muss, dann gehe ich auch. Inzwischen aber, so berichten es britische Zeitungen, habe Davis seine Meinung geändert.

Noch ein bisschen einsamer: Theresa May verliert langjährigen Vertrauten
Thomas Spickhofen, ARD London
21.12.2017 12:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 21. Dezember 2017 die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 12:40 Uhr.

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