Zerstörte Busse nach einem Bombenanschlag in Damaskus | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien Dutzende Tote bei Anschlägen in Damaskus

Stand: 11.03.2017 16:26 Uhr

Bei zwei Bombenexplosionen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sollen mindestens 59 Menschen getötet worden sein. Das berichten Aktivisten. Ziel seien schiitische Pilger gewesen. Zu den Attentaten bekannte sich bislang niemand.

Bei einer der schwersten Terrorattacken der vergangenen Jahre sind im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus Dutzende Menschen getötet worden. Aktivisten der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten von mindestens 59 Todesopfern. Mindestens 120 Menschen seien verletzt worden. Das Außenministerium in Bagdad geht von mindestens 40 getöteten irakischen Bürgern aus, die als Pilger in Damaskus unterwegs waren.

Laut dem Fernsehsender Al-Manar, der von der schiitischen Hisbollah betrieben wird, gab es im Bezirk Al-Schagur nahe einem schiitischen Schrein und einem Friedhof, die die Pilger besucht hätten, zwei Explosionen. Eine Detonation wurde durch einen Sprengsatz ausgelöst, die zweite offenbar durch einen Selbstmordattentäter. Auf Bildern des syrischen Fernsehens waren zwei schwer beschädigte Busse mit geborstenen Scheiben zu sehen, daneben Blutlachen und Schuhe.

Anschläge in Damaskus selten

Anschläge in der von den Truppen des Präsidenten Baschar al-Assad gut gesicherten Hauptstadt sind selten. Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand. Allerdings hat die sunnitisch dominierte Islamisten-Miliz IS immer wieder Angehörige der muslimischen Glaubensrichtung der Schiiten angegriffen. Der IS ist in Syrien nach Gebietsverlusten in den vergangenen Monaten in der Defensive. Es gilt als Strategie der Dschihadisten, bei Niederlagen auf dem Schlachtfeld vermehrt auf Anschläge zu setzen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2017 um 12:55 Uhr.

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