In Minnesota demonstrieren Menschen für eine Versöhnung. | Bildquelle: AP

Nach den Schüssen in Dallas Um Ruhe bemüht

Stand: 09.07.2016 18:58 Uhr

Nach dem Tod der fünf Polizisten in Dallas bemühen sich Politiker darum, die Stimmung zu beruhigen. In der Debatte um den Umgang mit Waffengewalt wird nun eine Frage immer lauter: Darf die Polizei Roboter gegen Täter einsetzen?

Von Björn Dake, ARD-Studio Washington

Der Wahlkampf in den USA beruhigt sich für einen Moment. "Jetzt ist die Zeit für Gebete, Liebe, Einigkeit und Führungskraft. Wir werden Amerika wieder sicher machen", sagte Präsidentschaftsanwärter Donald Trump. Ähnlich versöhnlich klang auch seine Rivalin Hillary Clinton: "Lasst uns anfangen, einander besser zu verstehen. Wir müssen als Amerikaner zusammenstehen, um diese fürchterliche Gewalt zu beenden."

Überall sind Appelle zu hören, die Spaltungen zwischen Polizei und Bürgern sowie zwischen Schwarz und Weiß zu überwinden. In Dallas gehen Menschen auf Polizisten zu, um sie zu umarmen. Es fließen Tränen. Die Solidarität ist groß.

Überproportional viele Schwarze erschossen

Dennoch haben viele das Gefühl, dauernder Gefahr ausgesetzt zu sein. Etwa wie die Polizisten, die in einem Land arbeiten, in dem es mehr Waffen als Einwohner gibt. Oder Afro-Amerikaner, die sich von der Polizei diskriminiert fühlen. Laut "Washington Post" haben Polizisten in diesem Jahr bereits mehr als 500 Menschen erschossen, ein Viertel davon waren Schwarze. Verglichen mit dem Anteil der Afro-Amerikaner an der Gesamtbevölkerung ist das überproportional viel.

Die Aktivisten-Bewegung "Black Lives Matter" will ihre Proteste gegen Polizeigewalt fortsetzen. Tausende Menschen waren in der vergangenen Nacht wieder auf den Straßen. In Atlanta blockierten die Demonstranten Straßen. In Phoenix setzte die Polizei Pfefferspray ein, nachdem Steine auf Beamte geworfen worden waren.

Ein Organisator von "Black Lives Matter" sagte, er wolle nichts rechtfertigen, aber er verstehe den Frust, der zu den tödlichen Schüssen am Donnerstagabend in Dallas geführt habe. An dem Tag hatte ein Heckenschütze während eines Protests gegen tödliche Polizeischüsse auf Schwarze in Minnesota und Louisiana fünf Beamte erschossen. Dabei wurden auch neun Menschen verletzt, darunter zwei Zivilisten. Der mutmaßliche Täter wurde später von der Polizei getötet.

Polizisten in Dallas nach den tödlichen Schüssen auf einer Demonstration. | Bildquelle: dpa
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Anschlag auf Polizisten in Dallas: Fünf Beamte sterben, neun weitere Menschen werden verletzt.

Der Todesschütze - ein Einzelgänger

Auf Facebook kann man zurückverfolgen, dass sich der 25 Jahre alte mutmaßliche Schütze für militante und nationalistische afro-amerikanische Gruppen interessierte. Außerdem fand die Polizei in der Wohnung in einem Vorort von Dallas Waffen, Material zum Bomben bauen sowie Schutzwesten.

Der 25-Jährige war bis vor gut einem Jahr Soldat. Er war trainiert. Das könnte ein Grund dafür gewesen sein, weshalb die Polizei dachte, es handele sich um mehrere Heckenschützen.

Der mutmaßliche Schütze verließ die Armee vorzeitig, nachdem ihm vorgeworfen wurde, eine Soldatin sexuell belästigt zu haben. In US-Medien wird der Mann als Einzelgänger beschrieben.

Nach dem Attentat von Dallas
tagesthemen 22:10 Uhr, 09.07.2016, Ingo Zamperoni, ARD Washington

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Erst ein Roboter konnte den Todesschützen stoppen

Erst ein ferngesteuerter Roboter mit einem Sprengsatz konnte den mutmaßlichen Angreifer in Dallas stoppen. "Wir sahen keine andere Möglichkeit, als unseren Bomben-Roboter einzusetzen. Alles andere hätte unsere Beamten in große Gefahr gebracht", sagte David Brown, Chef der Polizei in Dallas.

Normalerweise werden diese Roboter benutzt, um verdächtige Gegenstände zu untersuchen oder Sprengsätze unschädlich zu machen. Es ist vermutlich das erste Mal, dass die Polizei eine Maschine einsetzte, um einen Angreifer zu töten. Für Cedric Alexander von der Polizei in Georgia ist das ein neues Kapitel. "Da gibt es eine Reihe von Fragen, wie zum Beispiel ethische. Trotzdem muss die Polizei manchmal ungewöhnliche Entscheidungen treffen", so Alexander.

Ob die Polizei in Dallas bei der Suche nach den Hintergründen des Angriffs weiter gekommen ist, sagt sie bislang nicht. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass der Schütze alleine unterwegs war.

Nach den Schüssen in Dallas - USA um Ruhe bemüht
Björn Dake, ARD, zzt. Washington
09.07.2016 17:24 Uhr

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