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Ausland
FBI untersucht mögliche Cyberattacke auf US-Wasserwerk
Bericht über Cyberattacke mit Spur ins Ausland

Hacker legten offenbar US-Wasserwerk lahm

Was sich - wie erst jetzt bekannt wurde - vor knapp zwei Wochen in einem Wasserwerk im US-Bundesstaat Illinois zugetragen hat, bereitet den Sicherheitsbehörden große Bauchschmerzen. Es könnte sich um den ersten zerstörerischen Cyberangriff auf ein US-Unternehmen gehandelt haben.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Noch versuchen die Bundesbehörden, den Ball flachzuhalten. Das FBI und das Heimatschutzministerium untersuchen den Vorfall, wollen aber noch nicht abschließend behaupten, dass der Schaden an den Wasserpumpen durch eine Cyberattacke ausgelöst worden ist.

Cyber War [Bildunterschrift: Bestätigen sich die Berichte, ist die Cyber-Attacke in Illinois ein neuer Meilenstein ]
Doch ein von der "Washington Post" zitierter Zwischenbericht des Staates Illinois legt die Vermutung nahe, dass es sich um die erste erfolgreiche Internet-Attacke auf ein Unternehmen handelt, das die Amerikaner mit Wasser und Strom versorgt.

Der Vorfall ereignete sich vor rund zwei Wochen in einem Wasserwerk in Springfield. Zunächst habe die Wasserpumpe Störimpulse gezeigt, die so lange eskalierten, bis der sich Motor der Pumpe regelmäßig an- und auszuschalten begann. Schließlich brannte er aus. Weiter heißt es in dem Zwischenbericht, dass sich die Hacker unberechtigten Zugang zur Datenbank jenes Unternehmens verschafft haben, das für die Software des Kontrollsystems der Wasserpumpe verantwortlich ist. Dort hätten sie Nutzernamen und Passwörter des Kontrollsystems abgegriffen.

Audio: Schaden in US-Wasserwerk durch Cyberattacke?

AudioSilke Hasselmann, ARD-Hörfunkstudio Washington 20.11.2011 08:04 | 2'31
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Spuren nach Russland

Die Ermittler in Illinois hätten den Angriff zudem nach Russland zurückverfolgt. Der benutzte Computer sei jedenfalls unter einer russischen Internetadresse registriert gewesen. Die Hacker beziehungsweise die von ihnen eingeschleusten Computerviren seien "für mindestens zwei oder drei Monate in dem System" gewesen, berichtet die "Washington Post" mit Verweis auf den Industriesicherheitsexperten Joe Weiss. Man könne im Moment aber nicht sicher sein, dass wirklich Russland hinter der Cyberattacke auf amerikanische Infrastruktur stecke - schließlich könne man seine Spuren verwischen und falsche Spuren legen. Unklar sei auch, "ob und wie viele andere Versorgungsunternehmen in Amerika gegenwärtig betroffen sind."

Es ging offenbar um gezielte Manipulation

Doch sollte das FBI diesen Vorfall als ausländischen Cyberangriff werten, dann wäre es dies ein beunruhigender Meilenstein. Bislang hatten die täglich zu Tausenden ausgeführten Cyberattacken auf US-amerikanische Regierungs- und Unternehmenscomputer das Ziel, zu spionieren oder Informationen zu stehlen. Dass jemand über das Internet die Steuerungs- und Kontrollsysteme wichtiger Industrie- und Infrastrukturanlagen manipulieren will, wird schon länger befürchtet.

Seit 2007 weiß man sogar, dass das technisch möglich ist. Damals hatte ein US-Cyberangriff die Radaranlagen der syrischen Luftabwehr lahmgelegt, so lange Israels Luftwaffe eine syrische Atomanlage zerstörte. Im vorigen Jahr machte Stuxnet von sich reden, jener Computerwurm, der unter anderem eine iranische Nuklearanlage unbrauchbar zurückgelassen hat.

Doch dass ein Cyberangriff dieser Art gegen US-Versorgungsunternehmen in die Tat umgesetzt worden ist, war bislang noch nicht bekannt.

Hintergrund:

Hacker
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Stand: 20.11.2011 08:06 Uhr
 

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