Symbolbild zur Cyberattacken | Bildquelle: dpa

"NotPetya"-Virus Moskau nach Cyberattacke am Pranger

Stand: 16.02.2018 08:36 Uhr

Ein Cyberangriff sorgte im Vorjahr für Schäden in Milliardenhöhe. USA und Großbritannien sind sich jetzt sicher: Dahinter steckte das russische Militär. Moskau weist die Vorwürfe scharf zurück.

Die USA und Großbritannien machen das russische Militär für eine Cyberattacke aus dem vergangenen Jahr verantwortlich. Auch Australien schloss sich der Kritik an. Der im Juni 2017 aufgetauchte sogenannte NotPetya-Virus habe sich weltweit ausgebreitet und in Europa, Asien und Amerika zu Milliardenschäden geführt, erklärte das Präsidialamt in Washington.

Screenshot Petya-Trojaner | Bildquelle: dpa
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Im Juni 2017 hatte der "NotPetya"-Virus Tausende Computer befallen und Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

Der Angriff sei Teil der russischen Bemühungen gewesen, die Ukraine zu destabilisieren. "Dies war eine rücksichtslose Cyber-Attacke, die international Konsequenzen haben wird", hieß es. Die genaue Art der Gegenmaßnahmen wurde aber nicht genannt.

Scharfe Kritik an Russland

Zuvor hatte bereits die britische Regierung in einer Stellungnahme erklärt, man könne "fast sicher" sein, dass Russland hinter dem groß angelegten Hackerangriff stecke. Später verurteilte auch die australische Regierung das Verhalten Russlands, das "der Weltwirtschaft, den Regierungsbehörden, der Wirtschaft und auch der Sicherheit und dem Wohlergehen Einzelner hohe Risiken" gebracht habe. Australien werde seine internationalen Partnerschaften stärken, um den "böswilligen Missbrauch" der Cyberwelt zu verhindern.

Russland wehrt sich gegen die Vorwürfe

Russland wies die Vorwürfe erneut zurück. "Das ist nichts anderes als die Fortsetzung einer russophoben Kampagne, die unbegründet und ohne Beweise geführt wird", zitiert die Nachrichtungagentur Interfax Kremlsprecher Dmitri Peskow. In einer Mitteilung der russischen Botschaft in London hieß es, die Anschuldigungen seien Teil einer Kampagne zur "Dämonisierung Russlands".

Der Virus "NotPetya" hatte zunächst Rechner in der Ukraine befallen, ehe er sich auf Geschäftspartner ukrainischer Firmen im europäischen, amerikanischen und asiatischen Ausland ausweitete. Zu den Opfern gehörten unter anderem der Pharma-Riese Merck, der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, die dänische Reederei A.P.Moller-Maersk und das Logistik-Unternehmen TNT.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Februar 2018 um 08:45 Uhr.

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