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Mars-Sonde "Curiosity" vor Landung
"Ein Stein kann die ganze Mission ruinieren"
Die Mars-Sonde "Curiosity" soll am Montag landen. Dabei muss sie in nur sieben Minuten von 20.000 km/h auf Null abgebremst werden. Die Vorzeichen stehen auf Erfolg. Trotzdem sind die NASA-Wissenschaftler angespannt: Ein Stein am falschen Ort reicht aus, um die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission zu ruinieren.
Von Sabrina Fritz, ARD-Hörfunkstudio Washington
Mit 20.000 Kilometern pro Stunde rast das Raumauto auf den Mars zu. Das ist Frankfurt - New York in fünfzehn Minuten. Alles läuft bislang nach Plan: "Curiosity" ist auf Kurs und auch das Wetter ist gut, heißt es aus dem NASA Centrum in Pasadena in Kalifornien. Die Aufregung nimmt zu, sagt Arthur Amador, der Mananger der Mission: "Wir dürfen nicht vergessen zu atmen. Alle Systeme funktionieren wir sind fertig zur Landung."
Countdown für Landung der Mars-Sonde "Curiosity" läuft
tagesschau 20:00 Uhr, 05.08.2012, Marion Schmickler, ARD Washington
Sechs dicke Räder, ein Hals, ein Kopf mit zwei Kamera-Augen. "Curiosity" hat die Hauptrolle in jedem Star-Wars-Film verdient. Die Landung auf dem Mars beginnt, wenn die meisten Menschen in Deutschland im Stau stehen, am Montagmorgen kurz vor halb acht.
Von 20.000 km/h auf Null
Das Manöver ist ein technisches Meisterwerk. Der Rover durchbricht die Atmosphäre um den Mars wie eine Wand. Der Hitzeschild muss eine Temperatur von 2000 Grad aushalten. Am schwierigsten ist es, die Geschwindigkeit zu zügeln. In sieben Minuten muss das Raumauto von 20.000 Kilometern pro Stunde auf Null gestoppt werden. Bei 1500 km/h öffnet sich ein Brems-Fallschirm der das Gefährt abbremst. Bei 300 Stundenkilometern zünden die Bremsraketen und verringern weiter die Geschwindigkeit. Kurz bevor der Rover auf dem Boden aufsetzt, fahren drei Nylonseile aus, die der "Curiosity" hoffentlich eine sanfte Landung auf dem Mars bescheren.
Eine Garantie, dass all das klappt, gibt es jedoch nicht, sagt NASA-Ingenieur Dave Langery: "Es gibt viel, was wir über den Mars noch nicht wissen, der Planet und seine Oberfläche können uns immer wieder überraschen. Alles kann technisch einwandfrei funktionieren und dann ist da dieser eine Stein, den wir übersehen haben und der uns die gesamte Mission ruiniert."
Mission kostet 2,5 Milliarden Dollar
38 Marsmissionen wurden schon gestartet. Ein Drittel kam nie an oder steckte später im Sand fest. Viele Fehlversuche kann sich die NASA nicht mehr leisten. Allein der Flug der "Curiosity" kostet fast 2,5 Milliarden Dollar und staatliches Geld fällt nicht mehr vom Himmel. Immer wieder wird auch in den USA diskutiert, ob sich die teuren Marsausflüge lohnen. Haben nicht die anderen Raumfahrzeuge genügend Informationen geliefert? Die "Opportunity" fährt schon seit acht Jahren auf dem Mars herum. Doch "Curiosity" kann offenbar noch mehr.
Das Raumauto ist dermaßen mit Technik vollgestopft, dagegen wirkt ein James-Bond-Mobil wie ein Bobby-Car. Zwölf Kameras, eine Mikrowelle, um Gesteinsproben zu schmelzen, und aus Deutschland stammt ein Messgerät, das die Strahlenbelastung anzeigt. Fünf Kilo Plutonium sorgen für den Antrieb. Das ist quasi das Benzin für mindestens ein Jahr. Solange soll der Roboter auf dem Mars rumfahren, Bilder machen, Proben einsammeln und Messdaten liefern, etwa darüber, wie Atmosphäre und Boden auf dem roten Planeten beschaffen sind.
Was ist das Ziel dieser Mission? Diese Frage lässt die NASA von einem Mann beantworten der sich im Weltraum auskennt. William Shatner alias Captain Kirk aus der Serie "Raumschiff Enterprise": "Dieser Rover wird uns näher an die historische Antwort bringen: Gab es jemals Leben auf dem Mars?"
Stand: 05.08.2012 03:22 Uhr
