Menschen demonstrieren für die Freilassung der Cumhuriyet-Mitarbeiter vor dem Gerichtsgebäude in Istanbul. | Bildquelle: AFP

Anhörung vor türkischem Gericht "Cumhuriyet"-Mitarbeiter bleiben in Haft

Stand: 01.11.2017 05:10 Uhr

Vor genau einem Jahr waren Chefredakteur und Herausgeber der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" festgenommen worden - wegen Terrorunterstützung. In einer Anhörung lehnte ein Gericht nun ihre Freilassung ab - trotz anhaltender internationaler Kritik.

Ein Gericht in Istanbul hat die Entlassung von vier Mitarbeitern der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" aus der Haft abgelehnt. Die Richter entschieden nach einer Anhörung am Dienstag, dass die Medienvertreter wegen Terrorverdachts weiter im Gefängnis bleiben müssten. Die nächste Anhörung soll am 25. Dezember stattfinden.

Asli Erdogan | Bildquelle: dpa
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Auch der Prozess gegen die bekannte Schriftstellerin Asli Erdogan wurde fortgesetzt.

Auch der Prozess gegen die bekannte Schriftstellerin Asli Erdogan wurde fortgesetzt. Hier wurden zwei mitangeklagte Journalisten freigelassen. Die Zeitung "Cumhuriyet" kritisierte die Entscheidung der Istanbuler Richter scharf: "Es gibt hier kein Verbrechen, keine Beweise - und keine Freilassung."

Die Anhörung erfolgte genau ein Jahr nach der Festnahme des "Cumhuriyet"-Chefredakteurs Murat Sabuncu, des Herausgebers Akin Atalay und weiterer Mitarbeiter. Später wurden auch der Reporter Ahmet Sik und der Buchhalter der Zeitung, Yusuf Emre Iper, festgenommen. Insgesamt 17 Journalisten und Mitarbeiter der traditionsreichen Zeitung sind der "Unterstützung von Terrororganisationen" angeklagt.

Schriftzug ''Cumhuriyet'' | Bildquelle: AFP
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Während die meisten Mitarbeiter inzwischen freikamen, sitzen Sabuncu, Atalay, Sik und Iper weiter in Haft.

Während die meisten Mitarbeiter inzwischen freikamen, sitzen Sabuncu, Atalay, Sik und Iper weiter in Haft. Herausgeber Atalay sagte am Dienstag vor Gericht, für seine Inhaftierung gebe es keine juristischen Gründe, sie sei Teil eines "politischen Plans". Chefredakteur Sabuncu sagte, seine Zeitung habe sich "niemals politischem Druck gebeugt, und sie wird es niemals tun".

Vor dem Istanbuler Justizpalast Caglayan versammelten sich zahlreiche Unterstützer um "Gerechtigkeit" für die Angeklagten zu fordern. "Sie müssen jetzt freigelassen werden, da Journalismus kein Verbrechen ist", forderte der Präsident des International Press Institute, John Yearwood. Sarah Clarke, die für den Schriftstellerverband PEN International den Prozess beobachtete, rief die Richter auf, das Recht auf Meinungsfreiheit zu respektieren und alle inhaftierten Journalisten freizulassen.

Am Dienstag wurde im Justizpalast von Caglayan in Abwesenheit auch der Prozess gegen die international bekannte Schriftstellerin Asli Erdogan fortgesetzt. Ihr wird wegen ihrer Tätigkeit für die im August 2016 geschlossene kurdische Zeitung "Özgür Gündem" "Terrorpropaganda" für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen. Erdogan war Ende September zum Empfang des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises nach Deutschland gereist und hält sich immer noch dort auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Oktober 2017 um 08:10 Uhr.

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