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Die italienische Reederei "Costa Cruises" gerät nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der Insel Giglio zunehmend unter Druck. Bislang machte das Unternehmen den Kapitän des Schiffes, Francesco Schettino, für das Unglück verantwortlich. Doch offenbar wusste sie schon früher von riskanten Vorbeifahrten an italienischen Inseln.
Wie ARD-Korrespondent Carsten Kühntopp berichtet, veröffentlichte die Reederei auf ihrer Webseite einen begeisterten Erlebnisbericht von einer solchen Vorbeifahrt vom August 2010. Kapitän auch damals: Francesco Schettino.
Die Reederei hatte bislang behauptet, Schettino habe das Schiff eigenmächtig auf eine nicht autorisierte Route zwischen Festland und Insel geschickt. Nach den Richtlinien der Reederei habe er eine Route entlang der Westküste der Insel nehmen müssen.
Vor Giglio bemühen sich Taucher nach einem Tag Zwangspause wieder, Vermisste in dem Wrack zu finden. Zunächst sollten drei Öffnungen in Deck fünf gesprengt werden, wo noch verschollene Menschen vermutet werden. Eine Explosion war schon am frühen Morgen zu hören. Insgesamt werden noch mehr als 21 Menschen vermisst.
Der Teil des 290 Meter langen Wracks, der über Wasser liegt, wurde die ganze Nacht von Spezialkräften der Feuerwehr durchsucht. Die "Costa Concordia" hatte sich dabei nicht bewegt, wie ein Sprecher der Rettungsmannschaften bestätigte.
Fast den ganzen Freitag hindurch hatten die Arbeiten im Inneren des Schiffs gestoppt werden müssen, weil leichte und fortwährende Bewegungen des auf Grund gelaufenen Ozeanriesen registriert worden waren. Das Schiff verlagere sich um etwa sieben Millimeter pro Stunde, am Bug bis zu 15 Millimeter, erläuterte der Florentiner Erdrutsch-Experte Nicola Casagli vor Ort.
Wissenschaftler rätseln noch. ob die Bewegung darauf hindeutet, dass sich das Wrack auf dem Felsen vor der toskanischen Insel festsetzt. Ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter sollte am Rumpf des Schiffes die Frage klären helfen, ob der 290 Meter lange Koloss mit Hebeseilen am Felsen "verankert" werden kann, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.
Experten befürchten nach wie vor, dass das Schiff wegen des schlechten Wetters in tiefere Gewässer abrutscht und ganz untergeht. Das aber soll auf jeden Fall verhindert werden, weil die Suche nach den Vermissten noch nicht beendet und außerdem viel Treibstoff an Bord ist.
Die italienische Regierung beschloss unterdessen, den Notstand für das betroffene Gebiet auszurufen. Das verkündete der Minister für Parlamentsangelegenheit, Piero Giarda, nach Angaben von Ansa. Durch diesen Schritt sollen Gelder und zusätzliche Hilfe für die Gegend rund um die Mittelmeerinsel Giglio bereitgestellt werden, vor der das Schiff leckgeschlagen war.
(Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Beitrags war von riskanten Vorbeifahrten an der Insel Giglio die Rede. Mittlerweile wurde bekannt, dass es eine solche zwar im August vergangenen Jahres gegeben hat und diese der Reederei bekannt war. Das Video auf der Webseite der Reederei zeigte jedoch eine Vorbeifahrt am Ufer der Insel Procida im August 2010.)
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