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Nach stundenlanger Unterbrechung haben die Rettungskräfte die Suche nach den Vermissten an Bord des havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" wieder aufgenommen. An der aus dem Wasser herausragenden Seite werde der Einsatz fortgesetzt, teilte die italienische Marine mit. Zuvor sei sichergestellt worden, dass das Wrack sich stabilisiert habe. Heute solle zudem entschieden werden, ob auch wieder Taucher in die Schiffsteile unter Wasser geschickt werden.
Noch immer gelten 21 Menschen als vermisst. Die Suche war abgebrochen worden, nachdem sich das Schiff erneut bewegt hatte. Die mit dem Unglück befassten Behörden und Experten kamen daraufhin zu einer Krisensitzung zusammen.
Daran waren auch Vertreter der niederländischen Bergungsfirma Smit Salvage beteiligt, die den Treibstoff abpumpen soll. Es wird befürchtet, dass die "Costa Concordia" in tiefere Gewässer abrutschen und vollständig untergehen könnte. In diesem Fall droht eine Umweltkatastrophe: In den Tanks des havarierten Schiffes befinden sich nach wie vor 2400 Tonnen Treibstoff, das meiste davon Schweröl. Sie könnten auslaufen und das Naturschutzgebiet rund um die Inselgruppe des Toskanischen Archipels stark gefährden.
Die italienische Regierung beschloss unterdessen, den Notstand für das betroffene Gebiet auszurufen. Das verkündete der Minister für Parlamentsangelegenheit, Piero Giarda, nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA. Durch diesen Schritt sollen Gelder und zusätzliche Hilfe für die Gegend rund um die Mittelmeerinsel Giglio bereitgestellt werden, vor der das Schiff leckgeschlagen war. Bei dem Unglück kamen mindestens elf Menschen ums Leben.
Derweil nimmt die Kritik am Kapitän der "Costa Concordia", Francesco Schettino, weiter zu. Der Chef der zuständigen Reederei Costa Cruises, Pier Luigi Foschi, warf ihm vor, das Unternehmen viel zu spät von der Katastrophe unterrichtet zu haben. "Wäre das Schiff früher evakuiert worden, wäre möglicherweise niemand umgekommen", sagte Foschi der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".
Zudem berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Foschi, der Felsen, den die "Costa Concordia" gerammt hatte, habe sichtbar aus dem Wasser herausgeragt. Schettino sitzt derzeit in Hausarrest, er muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verantworten.
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