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Kein Strom, keine funktionierenden Toiletten - und am Haken eines Thunfischtrawlers: Für die mehr als 600 Passagiere der havarierten "Costa Allegra" endet ihre Kreuzfahrt abrupt. Kurz nach dem Untergang der "Costa Concordia" vor Italien steht die Genueser Reederei erneut in den Schlagzeilen.
Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
Die Passagiere auf der "Costa Allegra" müssen sich in Geduld üben. Sie werden voraussichtlich noch länger ohne Strom, funktionierende Toiletten und Duschen auf dem Kreuzfahrtschiff ausharren müssen, bevor sie von Bord gehen können. Das Schiff soll jetzt doch direkt nach Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, geschleppt werden.
Ursprünglich war geplant, es zu einer kleineren Insel zu bringen. Dort wäre das Anlegen nach Auskunft der Reederei aber zu gefährlich. Außerdem soll es nicht genügend Übernachtungsmöglichkeiten für die mehr als 600 Passagiere und die Besatzung geben. Auf der Hauptinsel sei das alles kein Problem, meint die Sprecherin des Präsidenten der Seychellen. "Port Victoria ist einer der Häfen am Indischen Ozean, die am häufigsten angelaufen werden. Hier legen ständig Kreuzfahrtschiffe, große Frachter und Kriegsschiffe aus aller Welt an. Wir kriegen das schon hin", ist Srdjana Janosovic zuversichtlich.
Gezogen wird die manövrierunfähige "Costa Allegra" von einem französischen Fischtrawler. Inzwischen sind ihm zwei Schlepper zu Hilfe gekommen. Die Lage auf dem Schiff soll entspannt sein. Die Passagiere kommen aus 25 Ländern, 38 sind aus Deutschland. Die Reederei sagt, alle hätten sich mit der Situation arrangiert. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.
Das Feuer auf dem Kreuzfahrtschiff war am Montag im Maschinenraum ausgebrochen. Es wurde schnell gelöscht, aber der Motor konnte nicht wieder in Gang gebracht werden. Andere Teile des Schiffes seien nicht beschädigt, sagt der italienische Konsul der Seychellen, Claudio Izzo. "Wir haben auch Fotos des Schiffes bekommen, die von einem Flugzeug aus gemacht worden sind. Auf denen sieht man, dass sich das Schiff in einem guten Zustand befindet."
Die "Costa Allegra" gehört derselben Reederei wie die "Costa Concordia", die Mitte Januar vor Italien verunglückt war. 32 Menschen kamen dort ums Leben. Der Reederei wird vorgeworfen, in der Krise nicht richtig reagiert zu haben. Deswegen wird jetzt von vielen Seiten beobachtet, was mit der "Costa Allegra" geschieht. "Die Behörden der Seychellen stehen in ständigem Kontakt mit dem Kapitän", sagt Präsidentensprecherin Janosovic. "Die Küstenwache begleitet den Tross. Aus der Luft überwachen Militärhubschrauber die Situation. Die 'Costa Allegra' ist ein großes Schiff. Beim Abschleppen ist es natürlich längst nicht so schnell wie sonst bei Höchstgeschwindigkeit."
Frühestens Donnerstag kann die "Costa Allegra" die Hauptinsel erreichen. Wenn bis dahin nichts mehr schief geht. Aber vermutlich wird es für die Passagiere nur noch unbequem, aber nicht gefährlich. "Ich würde sagen, sie sind auf dem Weg in Sicherheit", so Janosovic.
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