Francesco Schettino | Bildquelle: AFP

"Costa Concordia" Endgültig - 16 Jahre Haft für Ex-Kapitän

Stand: 12.05.2017 21:19 Uhr

Der Ex-Kapitän der "Costa Concordia" muss mehr als fünf Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs ins Gefängnis. Die Richter des Kassationsgerichts in Rom bestätigten ein Urteil, das 16 Jahre Haft für Francesco Schettino vorsieht.

Mehr als fünf Jahre nach dem Untergang der "Costa Concordia" ist das Urteil gegen den damaligen Kapitän von der obersten Instanz bestätigt worden: Francesco Schettino muss für 16 Jahre ins Gefängnis. Der 56-Jährige, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, hat seine Haftstrafe in einem römischen Gefängnis bereits angetreten.

Staatsanwaltschaft hatte 26 Jahre gefordert

Im Februar 2015 war Schettino wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwaltschaft mit 26 Jahren Haft eine deutlich höhere Strafe gefordert. Nachdem Verteidigung und Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatten, kam der Fall im Mai 2016 vor das Berufungsgericht in Florenz. Die Richter bestätigten das Urteil. Doch Schettino zog in eine weitere Instanz - und auch die Staatsanwaltschaft legte erneut Berufung ein. Dieser Berufungsprozess war die letzte Instanz, damit geht der jahrelange Strafprozess zu Ende.

Kapitän verließ das sinkende Schiff

Im Januar 2012 war die "Costa Concordia" mit mehr als 4000 Passagieren vor der Insel Giglio auf einen Felsen aufgelaufen. 32 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, unter ihnen 12 Deutsche. Im Prozess hatte Schettino behauptet, er habe durch sein Manöver überhaupt erst dafür gesorgt, dass so viele Menschen gerettet werden konnten. Die Richter sahen es jedoch als besonders schwerwiegend an, dass sich der Kapitän in Sicherheit gebracht hatte, bevor das Schiff vollständig evakuiert war.

Noch immer laufen im Fall der "Costa Concordia" Schadensersatzprozesse. Auch die Reederei Costa Crociere klagt gegen Schettino. Die Kosten für Entschädigungen und die aufwändige Bergung vor der Insel Giglio erreichten bislang insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. Mai 2017 um 21:45 Uhr.

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