Der Kapitän der "Costa Concordia", Schettino, vor Gericht.

Prozess um Havarie der "Costa Concordia" Gericht bestätigt Urteil gegen Schettino

Stand: 31.05.2016 21:20 Uhr

Der Kapitän der 2012 verunglückten "Costa Concordia", Schettino, hat eine weitere Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil vom September, es bleibt bei 16 Jahren Haft. Nun bleibt Schettino nur noch der Gang vor das Kassationsgericht.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Diesmal mied Francesco Schettino die Öffentlichkeit: Er hatte an keiner einzigen der zehn Verhandlungen vor dem Berufungsgericht teilgenommen, keine Interviews gegeben. Und der Kapitän der havarierten Costa Concordia blieb auch zu Hause, als die Richter in Florenz das Urteil aus erster Instanz bestätigten: 16 Jahre Haft wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, eines fahrlässigen Unfalls und der Tatsache, dass der Kapitän Schutzbefohlene an Bord zurückgelassen hat.

Die Verteidiger Schettinos hatten einen Freispruch gefordert oder zumindest die Wiederaufnahme des ersten Prozesses. In ihren Plädoyers hoben sie die Mitverantwortung der anderen Besatzungsmitglieder hervor, vor allem die des indonesischen Steuermanns. Auch die Rolle der Costa Reederei müsse neu beurteilt werden. Auch die Staatsanwaltschaft sah eine Mitschuld bei den anderen Angeklagten. Das ändere aber nichts an der Schuld Schettinos, befand das Gericht.

Kein Wort der Reue

32 Menschen hatten bei dem Unfall des Kreuzfahrtschiffes vor der Insel Giglio im Jahr 2012 ihr Leben verloren. Die Anklage ging mit dem geforderten Strafmaß von 27 Jahren Haft noch über die Forderung im ersten Prozess hinaus. Erschwerend kommt aus Sicht der Richter hinzu, dass Schettino das Schiff verlassen hatte, als noch Passagiere an Bord waren. Und: Dass von ihm nie ein Wort der Entschuldigung und Reue gekommen sei. 

Schettino bleibt nun noch als letzte Option der Gang vor das Kassationsgericht in Rom. So lange bleibt der Kapitän wohl auf freiem Fuß.

Nicht mal mehr Schiffsjunge - Gericht bestätigt Haftstrafe für Schettino
T. Kleinjung, ARD Rom
01.06.2016 12:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 01. Juni 2016 um 01:00 Uhr.

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