Bill Cosby  | Bildquelle: REUTERS

Geschworene uneinig Prozess gegen Cosby endet ergebnislos

Stand: 17.06.2017 18:01 Uhr

Das Verfahren gegen den US-Fernsehstar Bill Cosby wegen sexueller Nötigung ist vorbei - allerdings ohne Urteil. Die Geschworenen konnten sich nicht einigen. Der zuständige Staatsanwalt will nun einen neuen Prozess beantragen.

Der Strafprozess gegen den US-Fernsehstar Bill Cosby wegen sexueller Nötigung ist ergebnislos zu Ende gegangen. Das entschied der zuständige Richter Steven O'Neill in Norristown, nachdem sich die zwölf Geschworenen in mehr als 52-stündigen Beratungen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Die Entscheidung stellt einen Sieg für den 79-jährigen Angeklagten dar, dem bei einem Schuldspruch eine bis zu 30-jährige Haftstrafe gedroht hatte.

Staatsanwalt will Verfahren neu aufrollen

Die Staatsanwaltschaft hat nun vier Monate Zeit, um sich für einen neuen Prozess gegen Cosby oder das Fallenlassen der Vorwürfe zu entscheiden. Der zuständige Staatsanwalt Kevin Steele kündigte jedoch bereits an, dass er ein neues Verfahren beantragen werde. Cosby bleibt gegen Kaution auf freiem Fuß.

60 Frauen beschuldigen Cosby

Der Schauspieler wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Da die meisten Anschuldigungen verjährt sind, beschränkt sich das Strafverfahren aber auf einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Die heute 44-jährige Frau wirft Cosby vor, sie damals in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich dann an ihr vergangen zu haben. Cosbys Verteidigung argumentierte, er und die Klägerin seien Geliebte und der Sex einvernehmlich gewesen.

Einstimmige Entscheidung notwendig

Laut US-Gesetz ist es notwendig, dass ein Angeklagter ohne jeden "vernünftigen Zweifel" schuldig gesprochen wird - besteht ein Zweifel an seiner Schuld, muss er freigesprochen werden. Zudem schreibt das US-Rechtssystem in Strafprozessen zwingend eine einstimmige Entscheidung der Geschworenen vor.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Juni 2017 um 17:24 Uhr

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