Seitenueberschrift
Urteil im Concorde-Prozess
Gericht hebt Schuldspruch gegen Continental auf
Mehr als zwölf Jahre nach dem Concorde-Absturz bei Paris hat ein französisches Berufungsgericht den Schuldspruch gegen die US-Fluggesellschaft Continental verworfen. Die Richter in Versailles sprachen zudem zwei frühere Mitarbeiter der Fluggesellschaft sowie einen früheren Verantwortlichen der französischen Luftfahrtbehörde DGAC frei.
Trotz des strafrechtlichen Freispruchs sprach das Gericht Continental eine zivilrechtliche Verantwortung zu. Die US-Fluggesellschaft muss der französischen Air France, für die die verunglückte Concorde flog, daher eine Million Euro Schadenersatz zahlen.
Vor zwei Jahren hatte ein Gericht in Pontoise bei Paris Continental in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro verurteilt. Ein Metallteil, das eine Maschine der US-Airline beim Start verlor, soll zu der Katastrophe geführt haben. Die Fluggesellschaft war gegen das Urteil in Berufung gegangen.
Animation des Absturzes der Concorde am 25. Juli 2000
tagesschau 17:15 Uhr, 29.11.2012
113 Tote und das Ende der "Donnervögel"
Bei dem Absturz der Concorde der französischen Fluggesellschaft Air France am 25. Juli 2000 waren 113 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 97 Deutsche. Das Flugzeug war kurz nach dem Start in Brand geraten, nachdem es auf der Startbahn des Pariser Flughafens Roissy Charles-de-Gaulle über ein Metallteil raste, das eine Continental-Maschine verloren hatte. Die Katastrophe läutete das Ende der französisch-britischen "Donnervögel" ein.
Freispruch auch für Mitarbeiter
In dem Prozess war ein Continental-Angestellter zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, der nun freigesprochen wurde. Sein Vorgesetzter und der französische Behördenverantwortliche waren bereits im ersten Prozess freigesprochen worden, mussten sich aber im Berufungsverfahren erneut verantworten.
Bildrechte: Toshihiko Sato, File/AP/dapd
Stand: 29.11.2012 20:16 Uhr
