Donald Trump  | Bildquelle: AFP

Entlassener FBI-Chef Trump droht Comey

Stand: 12.05.2017 16:49 Uhr

Erst die Entlassung, dann Beschimpfungen - und nun eine Drohung: US-Präsident Trump hat den entlassenen FBI-Chef Comey vor der Weitergabe von Informationen an die Medien gewarnt. Beobachter rätseln nun, ob Trump Gespräche heimlich aufzeichnen ließ.

"James Comey sollte hoffen, dass es keine 'Aufnahmen' unserer Gespräche gibt, bevor er beginnt, an die Presse durchzustecken!" - mit dieser Formulierung hat US-Präsident Trump seinen entlassenen FBI-Chef Comey davor gewarnt, Informationen an die Medien weiterzugeben.

Es ist nicht klar, welchen Anlass Trump für seine Warnung hatte. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump offensichtlich Angst vor etwaigen Enthüllungen Comeys habe. Aber auch eine weitere Deutung ist laut Berichten möglich: Demnach könnte Trump seine Gespräche mit Comey geheim aufgezeichnet haben - mit möglicherweise unangenehmen Informationen für den Ex-Chef der Bundespolizei. Auch Ex-Präsident Richard Nixon hatte in den 1970er-Jahren Gespräche heimlich aufnehmen lassen, als gegen ihn wegen der Watergate-Affäre ermittelt wurde.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
James Comey better hope that there are no "tapes" of our conversations before he starts leaking to the press!

Nun doch Zusammenhang mit Russland-Ermittlungen

Trump hatte zuvor in einem Interview überraschend einen direkten Zusammenhang zwischen der Entlassung Comeys und den Russland-Ermittlungen des FBI hergestellt. Der Präsident sagte dem Fernsehsender NBC News über den Rauswurf des FBI-Direktors: "Als ich mich entschloss, es zu tun, habe ich mir gesagt, diese Russland-Sache mit Trump und Russland ist eine erfundene Geschichte." Im selben Interview vom Donnerstag beschimpfte er Comey als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, die Bundespolizei im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben.

In den Ermittlungen geht es um die mutmaßlichen Hackerangriffe zum Schaden der Trump-Rivalin Hillary Clinton im Wahlkampf und die möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.

Trump kritisiert Ex-FBI-Chef Comey
tagesschau 09:00 Uhr, 12.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Widerspruch zu vorheriger Version

Mit seinen Äußerungen widersprach Trump der bisherigen offiziellen Version von der Entlassung Comeys. Nach den früheren Darstellungen der Abläufe war er damit einer Empfehlung der Spitze des Justizministeriums gefolgt. Dieses hatte den Umgang des FBI-Chefs mit der E-Mail-Affäre Clintons gerügt. Der bisherige stellvertretende und nun amtierende FBI-Direktor Andrew McCabe widersprach zudem der Darstellung des Weißen Hauses in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss in mehreren zentralen Punkten. Unter anderem erklärte er, Comey habe innerhalb der Bundespolizei "breite Unterstützung genossen" - das Weiße Haus hatte zuvor die Entlassung Comey unter anderem damit begründet, dass er die Unterstützung seiner Mitarbeiter verloren habe.

alt Hillary Clinton beim CNN-Interview | Bildquelle: REUTERS

Trump lässt Kommission angeblichen Wahlbetrug untersuchen

US-Präsident Trump lässt eine Kommission unter Vize Pence den angeblichen Betrug bei der US-Wahl 2016 untersuchen. Trump behauptet seit dem November 2016, bei der Wahl habe seine Konkurrentin Hillary Clinton zwischen drei und fünf Millionen Stimmen erhalten, die nie hätten abgegeben werden dürfen. Die Kommission soll binnen 30 Tagen ein Ergebnis vorlegen. In der Gesamtzahl stimmten für Clinton fast drei Millionen Amerikaner mehr als für Trump. Entscheidend war jedoch die Verteilung auf die Bundesstaaten und damit auf die Wahlmänner für Trump.

Dennoch sitzt die Niederlage beim "popular vote" bei offenbar Trump so tief, dass er trotz seines Wahlsieges bis heute nicht von der Behauptung lassen kann, nur Betrug könne zu diesem Ergebnis geführt haben. Ein Betrug in der behaupteten Größenordnung wird von Experten aber ausgeschlossen.

Einstellung aller Presse-Briefings?

Die Comey-Affäre hat aber noch weitere Folgen: Nach der Serie von widersprüchlichen Angaben bezüglich dessen Entlassung, drohte US-Präsident Donald Trump zudem mit einem Ende der täglichen Presseunterrichtungen des Weißen Hauses. "Vielleicht wäre es das beste, alle künftigen Presse-Briefings abzusagen und stattdessen schriftliche Stellungnahmen zu verteilen, um der Sorgfalt genüge zu tun???", schrieb er bei Twitter.

Trump versuchte, die gravierenden Unterschiede zwischen seinen Worten und den Darstellungen seiner Sprecher damit zu begründen, er sei ein sehr aktiver Präsident, und viele Dinge geschähen. Für den US-Präsidenten liegt die Konsequenz auf der Hand: "Es ist meinen Stellvertretern nicht möglich, mit perfekter Präzision auf dem Podium zu stehen."

Die Lage in Washington nach der Entlassung des FBI-Chefs Comey
nachtmagazin 00:00 Uhr, 11.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 11. Mai 2017 um 00:00 Uhr und die tagesschau am 12. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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