Hillary Clinton beim CNN-Interview | Bildquelle: REUTERS

US-Wahlkampf mit Russland Clinton beschuldigt Trump der Komplizenschaft

Stand: 01.06.2017 11:40 Uhr

Hillary Clintons Worte lassen aufhorchen: Zum ersten Mal hat sie deutlich gesagt, wer ihrer Ansicht nach Schuld an ihrer Wahlniederlage ist. Sie beschuldigte Trumps Wahlkampfteam der Komplizenschaft mit Russland.

Erstmals hat Hillary Clinton sich nach der verlorenen US-Wahl im November sehr deutlich zu Gründen ihrer Wahlniederlage geäußert. Bei einer Technologiekonferenz im US-Bundesstaat Kalifornien machte sie Cyberattacken mit mutmaßlicher Unterstützung aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump für ihr Abschneiden bei der Wahl verantwortlich. Clinton beschuldigte dabei auch Trump direkt: Sie selbst tendiere dazu, dass Trump persönliche Anweisungen gegeben habe. Es sei "ziemlich schwierig, das nicht zu tun", so Clinton.

Trump: Clinton sei "eine schreckliche Kandidatin"

Mit den Worten "verlogene Clinton" reagierte Trump umgehend auf die Vorwürfe. Im Kurzbotschaftendienst Twitter nannte er sie "eine schreckliche Kandidatin", die nun jeden beschuldige, außer sich selbst.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Crooked Hillary Clinton now blames everybody but herself, refuses to say she was a terrible candidate. Hits Facebook & even Dems & DNC.

Clinton war während des Wahlkampfs mehrfach Opfer von Cyberangriffen geworden, die möglicherweise von russischen Hackern verübt wurden. Dadurch wurden sensible Daten aus ihrer Wahlkampforganisation öffentlich. Die "Russen hätten gar nicht wissen können, wie sie diese Informationen nutzen, wenn sie nicht angeleitet worden wäre, sagte Clinton.

Cyberattacken werden untersucht

Mehrere Ausschüsse im US-Kongress und die Bundespolizei FBI befassen sich mittlerweile mit den Cyberattacken und untersuchen eine mögliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf. Das Justizministerium in Washington hat einen Sonderermittler eingesetzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Mai 2017 um 05:25 Uhr.

Darstellung: