Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida | Bildquelle: AP

Kein Hinweis auf kriminelles Verhalten Mails belasten Clinton laut FBI nicht

Stand: 06.11.2016 22:21 Uhr

Zwei Tage vor der US-Präsidentschaftswahl hat das FBI erklärt, dass die kürzlich entdeckten E-Mails keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der Präsidentschaftskandidatin Clinton enthalten. Ihr Konkurrent Trump polterte, Clinton werde von einem "manipulierten System" geschützt.

Die Prüfung einer Reihe neu entdeckter E-Mails hat nach Angaben des FBI-Chefs James Comey keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ergeben. Das teilte der Chef des US-Bundespolizei in einem Brief an Mitglieder des US-Kongresses mit.

FBI bleibt bei seiner Bewertung vom Juli

Nach der Prüfung eines Laptops des früheren Abgeordneten Anthony Weiner, der der Noch-Ehemann der Clinton-Beraterin Huma Abedin ist, bleibe die Bewertung seines Büros vom Juli gültig, erklärte Comey. Seit der Entdeckung der neuen E-Mails habe das zuständige FBI-Team "rund um die Uhr gearbeitet", schrieb Comey an den Kongress. "In diesem Prozess haben wir alle Kommunikation überprüft, die von oder für Hillary Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin war." In der Folge dieser Überprüfungen bleibe das FBI bei seiner im Juli getroffenen Einschätzung, dass gegen Clinton wegen der Affäre kein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden solle.

Damals hatte Comey als Ergebnis von Nachforschungen zwar erklärt, die Demokratin habe durch die Nutzung eines privaten Mailservers für dienstliche Korrespondenz in ihrer Zeit als US-Außenministerin einen "extrem verantwortungslosen Umgang" mit den E-Mails gepflegt. Hinweise auf einen bewussten Gesetzesverstoß hätten sich aber nicht gefunden. Clinton habe nichts getan, was eine strafrechtliche Verfolgung rechtfertige. Strafrechtliche Schritte wurden in der Folge auch nicht eingeleitet.

Die nun vorgenommene Einschätzung zu den neu aufgetauchten Mails habe zur Folge, dass die Ermittlungen wieder eingestellt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Polizei-Kreise.

Clinton erleichtert, Trump empört

Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida | Bildquelle: AP
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Das Lager von Hillary Clinton reagierte erleichtert auf die FBI-Veröffentlichung.

Ein Clinton-Sprecher erklärte in einer ersten Reaktion, die Prüfungsergebnisse bestätigten die Ansicht der Demokratin, dass die Ergebnisse vom Juli weiter gültig seien. Der republikanische Kandidat Donald Trump erklärte dagegen, Clinton werde von einem "manipulierten System" geschützt.

Vor eineinhalb Wochen hatte Comey mit der Ankündigung für Wirbel gesorgt, dass das FBI bei Ermittlungen in einem anderen Fall auf E-Mails gestoßen sei, die für Untersuchungen zu Clintons Nutzung des Privatservers von Belang sein könnten und nun geprüft werden müssten. Das Timing der Bekanntgabe kurz vor der US-Wahl hatten die Demokratin und ihr Wahlkampfteam verärgert.

Mails beeinflussten Wahlkampf

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hatte die FBI-Aussagen zur Untersuchung der aufgetauchten Mails im Wahlkampf für massive Attacken gegen Clinton genutzt. In der Folge verringerte sich Clintons Vorsprung auf den Trump in den Meinungsumfragen deutlich, in einer landesweiten Umfrage war Trump sogar an der Demokratin vorbeigezogen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. November 2016 um 04:48 Uhr.

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