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Hillary Clinton wird 65
"Rockstar-Diplomatin" mit Ambitionen
Erst war sie die First Lady an der Seite von Bill, dann machte sie selbst politisch Karriere. Als Außenministerin ist Hillary Clinton populärer denn je. Heute wird sie 65 und plant ihren politischen Ruhestand. Aber die Gerüchte halten sich, dass sie für 2016 nochmals ins Rennen ums Weiße Haus gehen will.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Eines war Hillary Clinton immer: ehrgeizig. Auch als es noch ihr Ehemann ist, der politisch Karriere macht, ist sie nie nur die "Frau an seiner Seite". 1992, als Bill US-Präsident werden will, präsentiert er stolz seine kluge Partnerin: Wer mich wählt, sagt er, kriegt "zwei zum Preis von einem".
Hillary Clinton wird 65
S. Müller, HR Washington
25.10.2012 21:36 Uhr
Schon als First Lady politisch aktiv
Hausfrau sein, Kekse backen und Tee trinken - so hat sich Hillary Clinton nie gesehen, dazu hat sie nicht Jura studiert. Im Weißen Haus gibt sie sich als First Lady nicht mit dem typischen Ehefrauen-Büro im East Wing zufrieden. Sie bekommt ein eigenes im West Wing, dem politischen Herzstück der Macht. Bill vertraut ihr sein wichtigstes innenpolitisches Projekt an: die Gesundheitsreform, an der sie jedoch grandios scheitert. Danach steckt sie erstmal zurück und wird in der Öffentlichkeit vor allem als loyale Ehefrau gesehen, die immer zu Bill hält.
So war es schon im Wahlkampf, als Gerüchte über einen Seitensprung hochkochten, und so ist es auch 1998 nach seiner Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky. Ihre eigenen Pläne verliert Hillary nie aus den Augen, aus dem Weißen Haus heraus organisiert sie ihre politische Karriere. Im Jahr 2000 gewinnt sie einen Senatssitz für den Staat New York, 2008 will sie als erste Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden. Sie geht als Favoritin in den Vorwahlkampf der Demokraten, aber ein junger Aufsteiger namens Barack Obama kommt ihr in die Quere. Sie kämpft erbittert und mit allen Mitteln, muss sich aber geschlagen geben.
Teamwork mit Obama
Trotzdem sagt Hillary zu, als Obama sie zur Außenministerin machen will und dient ihm seit fast vier Jahren sehr erfolgreich - und außergewöhnlich loyal. Das beweist sie erst vor Kurzem nochmal, als sie sich schützend vor Obama stellt und die Kritik wegen des Terrorangriffs im libyschen Bengasi auf sich lenkt. Ihr Chef dankt es ihr mit überschwänglichem Lob: "Sie hat enormes Talent und ist eine großartige Ministerin. Ich könnte nicht zufriedener sein mit ihrer Arbeit", so Präsident Obama.
Hillary Clinton war noch nie so beliebt wie heute und dass die "Rockstar-Diplomatin", wie US-Medien sie nennen, wirklich in den politischen Ruhestand gehen wird, glauben ihr viele nicht. Zu Hause sitzen und warten, dass Tochter Chelsea sie zur Großmutter macht - das sei doch viel zu langweilig für eine wie Hillary. Vielleicht will sie ja nur kurz durchatmen, um sich 2016 nochmal um die Präsidentschaft zu bewerben? Hillarys Antwort auf diese oft gestellte Frage ist eindeutig. Aber das muss in der Politik ja nichts heißen. Ehemann Bill sagt jedenfalls: "Egal, was sie macht, ich werde sie immer unterstützen."
Stand: 26.10.2012 04:11 Uhr
