Ein Stapel türkischer Zeitungen - oben auf: "Zaman" | Bildquelle: AFP

Nach Übernahme von "Zaman" Türkei stellt Nachrichtenagentur unter Zwangsverwaltung

Stand: 08.03.2016 09:16 Uhr

Während des EU-Türkei-Gipfels wurde ein weiteres Oppositionsmedium unter staatliche Kontrolle gestellt: die Nachrichtenagentur Cihan. Sie ist eng verbunden mit der Zeitung "Zaman" - deren Redaktion vor wenigen Tagen gestürmt und übernommen wurde.

In der Türkei ist ein weiteres regierungskritisches Medium unter staatliche Zwangsaufsicht gestellt worden. Diesmal traf es die Nachrichtenagentur Cihan. Das meldete die Agentur selbst. Demnach soll ein Istanbuler Gericht dieselben Treuhänder einberufen haben wie schon für die jüngst von der Regierung übernommene Zeitung "Zaman". Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte, dass Cihan unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.

Der Schritt erfolgte während des EU-Gipfels mit der Türkei zur Flüchtlingskrise in Brüssel. Cihan beschäftigt nach eigenen Angaben rund 600 Mitarbeiter. Die Agentur verbreitet Texte, Fotos und Videos.

Vorwurf: Unterstützung einer Terrororganisation

"Zaman" und Cihan gehören beide zum Medienkonzern Feza Gazetecilik, der der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen nahesteht. Der im US-Exil lebende Gülen war einst Verbündeter des heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, überwarf sich dann aber mit ihm. Gülens "Hizmet"-Bewegung wurde in der Türkei zur Terrororganisation erklärt. Erdogan wirft Gülen vor, Parallelstrukturen im Staat geschaffen zu haben, um ihn zu stürzen. Der von den Zwangsübernahmen betroffene Medienkonzern soll das unterstützt haben, meldet Anadolu.

Fethullah Gülen | Bildquelle: AP
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Der Prediger Gülen ist beim türkischen Präsidenten Erdogan in Ungnade gefallen.

Stürmung von Redaktionsräumen

Bereits am Freitag hatten Richter mit Sondervollmachten "Zaman" und das englischsprachige Schwesterblatt "Today's Zaman" unter Aufsicht einer staatlichen Treuhandverwaltung gestellt. In der Nacht zu Samstag stürmte die Polizei daraufhin die Redaktion. Die Zeitung wurde anschließend auf Regierungslinie gezwungen.

Die Maßnahme wurde international als erneute Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei kritisiert. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte dagegen darauf verwiesen, dass es sich um eine Entscheidung der Justiz und nicht seiner islamisch-konservativen Regierung gehandelt habe. Die Regierung weist regelmäßig Vorwürfe zurück, wonach sie die Pressefreiheit einschränken würde.

Rüdiger Baumann, ARD Istanbul, zur Zwangsverwaltung von Nachrichtenagenturen
tagesschau24 16:30 uhr, 08.03.2016

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