CIA-Logo in der Lobby des CIA | Bildquelle: REUTERS

Die CIA wird 70 Zuständig für Aufklärung und alles Weitere

Stand: 18.09.2017 12:37 Uhr

Die CIA hat den Mythos des allgegenwärtigen Geheimdienstes begründet. 70 Jahre nach seiner Gründung steht der amerikanische Geheimdienst nun vor einer neuen Herausforderung.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Die Geschichte der CIA ist eng verknüpft mit den Präsidenten der Vereinigen Staaten. Präsident Donald Trump versicherte dem Geheimdienst im Januar seine Rückdeckung. "Ich liebe Euch", sagte Trump. "Ich respektiere Euch. Ihr macht großartige Arbeit. Wir werden wieder gewinnen. Und ihr werdet vorangehen."

Die Gründung des Auslandsgeheimdienstes geht auf Präsident Harry S. Truman zurück. 70 Jahre ist das her. Es war die Zeit des Kalten Krieges. Um eine direkte Konfrontation zu vermeiden, operierten die Sowjetunion und die USA vor allem verdeckt. Und so beschloss der US-Kongress am 18.September 1947 auf Vorschlag des Präsidenten die Gründung der CIA.

1954: Harry S. Truman verliert die Präsidenschaftswahl. Truman stammte aus sehr einfachen Verhältnissen; besuchte 1901 nur für kurze Zeit eine "High School", um eine kaufmännische Lehre zu beginnen. Kaum hatte die Lehre begonnen, mußte er zurück zum Hof der Eltern. Denn sein Vater hatte bei einer Weizen-Spekulation alles verloren. Truman starb am 1972 in Kansas City, Missouri. | Bildquelle: picture alliance / akg-images
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Auf den damaligen US-Präsidenten Harry S. Truman geht die Gründung der CIA zurück.

"Etwas überhebliche Agenten"

"Nicht nur die normale Aufklärungsarbeit, also Nachrichtendienstliche Arbeit wurde der CIA zuerkannt", erklärt der Historiker Bernd Stöver, der ein Buch über die CIA geschrieben hat. "Sie war im Grunde auch für alles weitere zuständig - inklusive Attentate, Umsturz und so weiter." Aus der Sonderstellung, die Präsident Truman der neuen Organisation eingeräumt hatte, sei auch der Mythos eines allgegenwärtigen Geheimdienstes mit seinen etwas überheblichen Agenten entstanden.

Luftaufnahme des Hauptquartiers der CIA | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Luftaufnahme des Hauptquartiers der CIA 1967

Doch wie bei jedem Geheimdienst sei über Misserfolge und Skandale mehr bekannt als über die Erfolge, die verdeckt bleiben, schreibt Stöver. In der Konfrontation mit der Sowjetunion unterstützte die CIA zum Beispiel Umsturzversuche mit Hilfe von Emigranten. Nicht nur in Jugoslawien scheiterte der Versuch. "In Jugoslawien lief das so, dass die wohl gut ausgebildeten Emigranten dann in falschen Uniformen eingekleidet wurden", erläutert er. "Nämlich in amerikanische Luftwaffenuniformen."

 Bespitzelung der amerikanischen Bevölkerung durch die CIA

Als sich Chiles Präsident Salvador Allende im September 1973 ein letztes Mal per Radioansprache an die Bevölkerung wandte, war dem Militärputsch in dem südamerikanischen Land ein Jahrzehnt verdeckter CIA-Operationen vorausgegangen - zum Beispiel unter US-Präsident Richard Nixon.

In den 1970er-Jahren wurde bekannt, dass die CIA die amerikanische Bevölkerung bespitzelt. In der Folge schränkten die Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter vorübergehend die Befugnisse des Geheimdienstes ein. Doch es folgten weitere Skandale wie die Iran-Contra-Affäre unter US-Präsident Ronald Reagan.

Männer mit Laptops vor CIA-Logo | Bildquelle: REUTERS
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Noch weiß die CIA wenig über Nordkorea

Eine der größten Niederlagen der CIA wird allerdings zum Wendepunkt: die Anschläge vom 11. September. Kein Agent sah sie vorher. Aber J. Cofer Black, der Direktor der Antiterror-Einheit hat als Erster einen Plan für die Zeit danach. Und US-Präsident George W. Bush greift zu. Der "Krieg gegen den Terror" ist der neue Marschbefehl des verunsicherten Geheimdienstes.  

Die CIA darf nun ganz offiziell im Inland ermitteln. Kein Präsident kann auf die Dienste des Auslandsgeheimdienstes verzichten. Präsident Barack Obama ließ zwar Verfahren wegen des Verdachts der systematischen Folter gegen CIA-Mitarbeiter zu. Und er unterstellte den Einsatz von Drohnen teilweise dem Verteidigungsministerium. Aber auch er war auf die Dienste der CIA angewiesen.

"Die Geheimdienste sind ein mögliches Opfer von Sparmaßnahmen", kommentiert der aktuelle Chef der CIA, Mike Pompeo. "Das kann dem Gewebe unsere Gemeinschaft schaden."

Pompeo wird bald zusätzliches Geld verlangen, denn die CIA weiß wenig über Nordkorea. Und das Land mit den Atomraketen gilt Präsident Trump derzeit als eine der größten Bedrohungen.

Spione und Drogenkrieg - die CIA wird 70
Torsten Teichmann, ARD Tel Aviv
18.09.2017 11:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. September 2017 um 11:12 Uhr.

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