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Attacken auf Schwule in Tschechien und Bulgarien

Christopher Street Day

Attacken auf Schwule in Tschechien und Bulgarien

Polizisten drücken einen Rechtsextremisten auf den Boden (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Festnahme von Angreifern in Brno. ]
Rechtsradikale haben Teilnehmer der ersten größeren Homosexuellen-Paraden in Tschechien und Bulgarien attackiert. Die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete von mindestens zwanzig Verletzten, nachdem die rund 500 Teilnehmer der "Regenbogenparade" in Brünn (Brno) mit Tränengas angegriffen worden seien.

Schon vor Beginn der Parade in Brünn wurden drei Menschen festgenommen, als Extremisten Feuerwerkskörper auf die sich versammelnden Schwulen und Lesben warfen. Noch am Mittwoch hatten die Behörden der zweitgrößten tschechischen Stadt Anträge von rechten Gruppierungen zu Gegenveranstaltungen abgelehnt. Zu den Unterstützern der Parade gehörten die tschechische Ministerin für Menschenrechte und Minderheiten, Dzamila Stehlikova, und die Tennislegende Martina Navratilova.

Polizist vor Teilnehmern der Schwulenparade (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Polizsten im Kampfanzug schützten die Parade in Sofia. ]
Auch in Sofia versuchten Rechtsradikale und Nationalisten eine Schwulen-Parade zu stören. Die bulgarische Polizei nahm 60 Skinheads und mehr als 20 Nationalisten fest, darunter den Chef der rechtsradikalen Nationalen Union, Bojan Rassate. Ein großes Polizeiaufgebot trennte die Parade-Teilnehmer von den Angreifern, die Knallkörper warfen.

Bereits vorab Sicherheitsbedenken

Schrill kostümierte Homosexuelle beim CSD-Umzug (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Teilnehmer eines Umzugs in Straßburg ]
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor Ausschreitungen gewarnt. Zur Parade hatte die Schwulen- und Lesbenorganisation Gemini aufgerufen. Ihre Chefin, Aksinija Gentschewa, klagte kurz vor der Parade, sie habe Morddrohungen erhalten. Die christlich-orthodoxe Kirche sowie das Oberhaupt der bulgarischen Muslime hatten die Veranstaltung abgelehnt. Der Austragungsort wurde gleich zweimal verlegt. Regierungschef Sergej Stanischew sagte, er sei tolerant gegenüber Menschen, die in religiöser, sozialer oder anderer Hinsicht anders seien, doch die "Demonstration dieser Ausrichtungen" gefalle ihm nicht.

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Hunderttausende Teilnehmer in Paris

In Paris zog die Parade "Gay Pride" wie in Berlin Hunderttausende an. Die Veranstalter sprachen von 600.000 Teilnehmern. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Für eine Schule ohne jede Diskriminierung" und war dem Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen gewidmet. Zu den prominentesten Teilnehmern gehörten der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë und der frühere Kulturminister Jack Lang, die beide der Sozialistischen Partei angehören. Auch Abordnungen der konservativen Regierungspartei UMP und der Zentrumspartei waren vertreten.

Stand: 28.06.2008 23:04 Uhr
 

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