Krankenhaus im Jemen | Bildquelle: REUTERS

Cholera-Ausbruch im Jemen Behörden rufen Notstand aus

Stand: 15.05.2017 00:58 Uhr

Im Bürgerkriegsland Jemen breitet sich die Cholera weiter rasant aus - innerhalb weniger Tage verdreifachte sich die Zahl der Cholera-Toten. Inzwischen sind 116 Opfer zu beklagen. Nun riefen die Behörden in Sanaa den Notstand aus.

Nach dem Ausbruch der Cholera haben die Behörden in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa den Notstand erklärt. Das Gesundheitsministerium rief humanitäre Hilfsorganisationen auf, dem Land bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen und eine "noch nie dagewesene Katastrophe" abzuwenden.

Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der Cholera-Toten von 51 auf 116, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums in Sanaa mitteilte. Knapp 8600 Krankheitsfälle wurden demnach inzwischen gemeldet.

Gesundheitssystem zusammengebrochen

Das von rund zwei Jahren Bürgerkrieg gebeutelte Gesundheitssystem ist nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Saba nicht mehr in der Lage, die Infektionskrankheit in den Griff zu bekommen. Nur wenige medizinische Einrichtungen funktionieren noch im Jemen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung haben laut UN-Angaben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 7,6 Millionen Menschen leben im Jemen der WHO zufolge in Gebieten, die einem hohen Risiko einer Cholera-Übertragung ausgesetzt sind.

Im Jemen kämpfen seit 2015 die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Sanaa wird von den Rebellen kontrolliert. Eine internationale Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens versucht, die Aufständischen zu vertreiben. Diese haben Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Zuletzt mehrten sich Hinweise, dass der Iran die Huthi mit Militärberatern und Waffen unterstützt. Der Iran weist dies zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2017 um 06:00 Uhr.

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