Präsidentenwahl in Russland

Chodorkowski unterstützt Nawalny

Stand: 16.04.2017 08:59 Uhr

2018 wird in Russland über den Präsidenten abgestimmt: Der lange inhaftierte Ex-Oligarch Chodorkowski will eine Wiederwahl des Amtsinhabers Putin verhindern - und setzt dafür auf den Oppositionspolitiker Nawalny.

Der ehemalige Ölmagnat Michail Chodorkowski hat dazu aufgerufen, bei der russischen Präsidenschaftswahl 2018 für den Kremlkritiker Alexej Nawalny zu stimmen. Während einer Konferenz in Tallinn sagte Chodorkowski, es gebe heute in Russland nur zwei Gruppierungen, die beim Kampf gegen die Korruption eine andere Politik verfolgten als die Regierung: seine Bewegung Open Russia (Offenes Russland) und Nawolnys Fonds gegen Korruption (FBK).

Geld und eine Kampagne

Im vergangenen September hatte der im britischen Exil lebende Chodorkowski angekündigt, dass er nicht selbst zur Präsidentschaftswahl antreten werde. Falls allerdings der derzeitige Staatschef Wladimir Putin erneut kandidiere, werde er einen Gegenkandidaten finanziell und mit einer Kampagne unterstützen. Ob dies nun für Nawalny gelte, sagte er allerdings nicht.

Nawalny will bei der Präsidentschaftswahl antreten.

Chodorkowski sprach sich auch dafür aus, die Kandidatur des ehemaligen Oppositionspolitikers Dmitri Gudkow für den Posten des Bürgermeisters von Moskau bei der Wahl im September 2018 zu unterstützen.

Putins Erzfeind Chodorkowski, der ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war fast zehn Jahre lang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Putin überraschend begnadigt. Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Stiftung Offenes Russland zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland.

Chodorkowski gibt Leitung ab

In der estnischen Hauptstadt sagte Chodorkowski jetzt, dass er von der Leitung seiner Bewegung Offenes Russland zurücktreten werde. Die russische Gesellschaft sei "reif für ein Modell ohne Führungsfigur". Deshalb solle es bei Open Russia jedes Jahr einen anderen Vorsitzenden geben.