Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Ein gestörtes Signal ist nach einem Bericht der chinesischen Agentur Xinhua Ursache des schweren Zugunglücks von vor fünf Tagen. Die Eisenbahnbehörde habe mitgeteilt, dass ein Signal nicht auf rot umgesprungen sei, als ein Zug auf der Strecke liegen geblieben sei, hieß es. Der Signalfehler wurde demnach durch einen Blitzschlag verursacht. Für die Zugführer sei es unmöglich gewesen, den Unfall vorherzusehen. Bei dem Unglück im Osten des Landes am vergangenen Samstag waren zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen und 39 Menschen gestorben. Einige Waggons entgleisten und stürzten von einem Viadukt.
Der Unfall hatte Fragen nach der Sicherheit der chinesischen Hochgeschwindigkeitsstrecken aufgeworfen - vor allem auf chinesischen Internetseiten. Nun bemühte sich Staatspräsident Wen Jiabao die Wogen zu glätten und gab anlässlich von Besuchen der Unglücksstelle und einiger Verletzter eine von seinen seltenen Pressekonferenzen.
[Bildunterschrift: Regierungschef Wen Jiabao besuchte die Unfallstelle und legte einen Kranz nieder. ]
"Wir werden diejenigen, die für den Unfall verantwortlich sind, und diejenigen, die Führungsverantwortung hatten, in Übereinstimmung mit den Gesetzen unseres Landes streng bestrafen." Er sagte zudem, beim Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes des Landes habe Sicherheit oberste Priorität. "Der Bau des Hochgeschwindigkeitsnetzes muss Schnelligkeit, Qualität, Effizienz und Sicherheit vereinen", sagte Wen vor den Journalisten. "Und Sicherheit muss an erster Stelle stehen."
Das Nationale Eisenbahnforschungs- und Entwicklungsinstitut in Peking übernahm die Verantwortung für den Signalfehler - ein ebenfalls seltener Vorgang in China. Das Institut werde jede Strafe akzeptieren und die aus der resultierenden Verantwortung strikt beachten, berichtete Xinhua. "Sicherheit überragt alles. Und die Sicherheit der Hochgeschwindigkeitsstrecken wiegt schwerer als das Ansehen", heißt es demnach in einer Mitteilung des Instituts.
Das ehrgeizige Hochgeschwindigkeitsprogramm Chinas, das viele Milliarden verschlungen hat, war in den vergangenen Wochen schon ins Gerede gekommen. Insbesondere die gerade neu eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Schanghai machte wiederholt mit technischen Problemen und Verspätungen von sich reden. Eisenbahnminister Liu Zhijun musste im Februar wegen einer Korruptionsaffäre zurücktreten.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW