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Behörden legen Fabrik still
Industrieprojekt in China nach Protesten gestoppt
In der chinesischen Küstenstadt Qidong sind Pläne für die Einleitung von Abwasser einer Papierfabrik ins Meer nach Protesten von Anwohnern verworfen worden. Die Provinzregierung in Jiangsu nördlich von Shanghai teilte auf ihrer Website mit, dass das Projekt gestoppt worden sei. Der Betrieb soll nach einer Mitteilung der Polizei auch nicht wieder aufgenommen werden.
Tausende Anwohner hätten gegen die Umweltverschmutzung durch die Fabrik protestiert, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Dabei sei es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Einige Demonstranten stürmten demnach ein Regierungsgebäude. Auf dem sozialen Netzwerk Sina Weibo war von bis zu 100.000 Teilnehmern die Rede. "Überall sind Menschen. Auf den Mauern, den Gebäuden, auf Autodächern und in den Straßen", schrieb ein Blogger. Die Suchfunktion des Netzwerkes war nach wenigen Stunden gesperrt.
Die Demonstranten wehren sich nach eigenen Angaben gegen die Einleitung von täglich bis zu 150.000 Tonnen verseuchten Wassers aus dem Papierwerk der japanischen Firma Oji Papier in den Fischerhafen Qidong. Das Unternehmen teilte der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit, das eingeleitete Wasser sei geklärt und entspreche den örtlichen Umweltschutznormen.
Chinesische Behörden stoppen nach Protesten den Bau einer Abwasserpipeline
tagesschau 20:00 Uhr, 28.07.2012
Menschen nehmen Skandale schon lange nicht mehr hin
In China gehen die Menschen mittlerweile häufiger auf die Straße, um gegen umweltbedrohende Industrieprojekte der Regierung zu protestieren. Anfang des Monats stoppte die Stadt Shifang im Südwesten Chinas Pläne für eine Kupferfabrik, nachdem Tausende gegen das Projekt demonstriert hatten.
Stand: 28.07.2012 13:37 Uhr
