Uiguren-Region Xinjiang in China Fast hundert Tote bei Unruhen

Stand: 03.08.2014 08:27 Uhr

Bei gewaltsamen Unruhen in der von Uiguren bewohnten chinesischen Provinz Xinjiang sind nach neuen Angaben der staatlichen Medien fast hundert Menschen getötet worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte, starben bei den Vorfällen, die sich bereits Anfang der Woche ereigneten, 37 Zivilisten und 59 "Terroristen". Unter den Zivilisten waren demnach 35 Han-Chinesen und zwei Uiguren.

Soldaten patroullieren in der Uiguren-Region Xianjiang in Westchina. | Bildquelle: AP
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Bereits in der Vergangenheit hatte es gewaltsame Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und uigurischen Demonstranten gegeben.

Die Han sind das Mehrheitsvolk in China und infolge massiver Zuwanderung nach Xinjiang auch dort mittlerweile die dominierende Volksgruppe. Chinesische Staatsmedien hatten am Dienstag berichtet, eine mit Messern und Äxten bewaffnete Menge von Uiguren habe eine Polizeistation im Bezirk Yarkand in der westlichen Provinz angegriffen. Am Sonntag hieß es, auch Regierungsgebäude seien attackiert worden. Die Polizei habe 215 "Terroristen" festgenommen.

Exiluiguren sprachen hingegen davon, dass Uiguren gegen Unterdrückung durch Behörden demonstrierten, als die Polizei das Feuer eröffnete. Die Uiguren hätten sich gegen die "extreme Regierungspolitik Chinas" aufgelehnt, so der Sprecher der Exilorganisation "Weltkongress der Uiguren", Dilxat Raxit.

Blutigster Zusammenstoß seit Jahren

In Xinjiang gibt es seit langem Spannungen zwischen den Han und der mehrheitlich muslimischen Volksgruppe der Uiguren. Diese fühlen sich durch die systematische Ansiedlung der Han in ihrer angestammten Heimat kulturell, sozial und wirtschaftlich an den Rand gedrängt. In den vergangenen Monaten mehrten sich die gewaltsamen Zwischenfälle, insgesamt kamen über 150 Menschen dabei ums Leben. Mit fast 100 Toten ist der jüngste Zwischenfall der blutigste seit Jahren.

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