Ein Mann geht in Lianyungang über eine Straße, die von Smog eingehüllt ist | Bildquelle: AFP

Dicke Luft in China Smog macht das Atmen schwer

Stand: 19.12.2016 14:35 Uhr

So schlecht war die Luft im Norden Chinas schon lange nicht mehr. Eine gewaltige Smog-Glocke wird Menschen in Peking und anderen Metropolen voraussichtlich noch bis mindestens Donnerstag das Atmen schwer machen. Die Geplagten warten auf Nordwind.

Starker Smog nimmt den Menschen in Peking und in vielen anderen Städten Nordchinas erneut die Luft. Feinstaub-Messungen ergaben in der chinesischen Hauptstadt "sehr ungesunde" Werte von über 250 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - das Zehnfache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In Shijiazhuang, der Hauptstadt der Provinz Hebei, habe die Luftverschmutzung die von der WHO empfohlenen Grenzwerte sogar um das Hundertfache überschritten, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Alarmstufe "Rot"

Wegen der extremen Luftverschmutzung hatte Peking bereits am Freitag die höchste Smog-Alarmstufe "Rot" ausgerufen, die Fahrverbote und Schulschließungen zur Folge hatte. Auch zahlreiche andere Städte im Norden Chinas werden seit Tagen von hoher Luftverschmutzung geplagt. Wie Xinhua berichtete, galt heute in rund 20 Städten ebenfalls die höchste Smog-Alarmstufe.

Fußgänger mit Mundschutz in Peking | Bildquelle: AFP
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Fußgänger mit Mundschutz in Peking

Winterzeit ist Smogzeit

In den Wintermonaten, wenn vielerorts mit Kohle geheizt wird, ist extrem schlechte Luft im Norden des Landes nicht ungewöhnlich. China hat der Luftverschmutzung in seinen Großstädten den Kampf angesagt. Experten bewerten die Fortschritte der Regierung jedoch durchwachsen. 

Laut Messungen der Umweltorganisation Greenpeace ist die Konzentration von besonders gefährlichem Feinstaub zwar zwischen Januar 2015 und März 2016 um zehn Prozent gesunken - aber vor allem in der Region rund um Peking sei dieser positive Trend schon wieder zum Erliegen gekommen. Viele Fabriken rund um die Stadt blasen laut Greenpeace trotz strenger Auflagen und Verbote noch immer dreckige Abgase in den Himmel. Die Regierung kontrolliere nicht streng genug. 

Laut Vorhersagen können die Menschen in Peking frühestens am Donnerstag wieder mit besserer Luft rechnen. Bei kaltem Nordwind werde der Smog dann aus der Stadt geblasen.

Eine Frau geht über eine von Smog eingehüllte Brücke in Tianjin | Bildquelle: REUTERS
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Eine Frau geht über eine von Smog eingehüllte Brücke in Tianjin

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Dezember 2016 um 16:30 Uhr.

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